WIE KONNTE SIE EINFACH ZU MIR NACH HAUSE KOMMEN UND MEINE KINDER ERSCHRECKEN? ICH HABE SIE ANGESCHRIEN: ‚VERSCHWINDE SOFORT!‘

**Tagebucheintrag**

Wie konnte sie es wagen, einfach zu mir nach Hause zu kommen und meine Kinder zu erschrecken? Ich brüllte sie an: Verschwinde!

Meine Mutter hatte nur ein Auge. Ich hasste sie dafür. Ihr Zustand machte mich zutiefst beschämt. Um unsere Familie zu ernähren, arbeitete sie als Köchin in einer Schule. Eines Tages, als ich noch in der Grundschule war, kam sie mich besuchen. Mir sank das Herz in die Hose. Wie konnte sie mir das antun? Die Scham überwältigte mich. Ich tat so, als sähe ich sie nicht, warf ihr einen hasserfüllten Blick zu und rannte weg. Am nächsten Tag sagte ein Klassenkamerad: Hey, deine Mutter hat ja nur ein Auge! Ich hätte im Boden versinken können. Ich wünschte, sie würde einfach verschwinden. Als ich sie später sah, fuhr ich sie an: Wärst du nicht besser tot, statt mich bloßzustellen?

Sie antwortete nicht. Mir war egal, was meine Worte in ihr auslösten ich war zu wütend. Ich wollte sie nicht bei mir haben. Also arbeitete ich hart, ging zum Studium nach Österreich und baute mir ein neues Leben auf. Ich heiratete, kaufte ein Haus, bekam Kinder und war zufrieden.

Dann stand sie plötzlich vor meiner Tür. Jahre hatte sie mich nicht gesehen, kannte ihre Enkel nicht. Als die Kinder sie erblickten, lachten sie über sie. Wie konnte sie es wagen, meine Kinder zu verängstigen? Hau ab!, schrie ich. Leise erwiderte sie: Entschuldige. Ich muss mich verirrt haben. Dann war sie weg.

Monate später erhielt ich eine Einladung zum Klassentreffen. Als Vorwand erzählte ich meiner Frau von einer Geschäftsreise. Nach dem Treffen ging ich aus Neugier zu unserem alten Haus in München. Die Nachbarn sagten, meine Mutter sei gestorben. Keine Träne kam. Doch dann übergaben sie mir einen Brief von ihr:

*Mein liebster Sohn, ich habe immer an dich gedacht. Es tut mir leid, dass ich nach Österreich kam und deine Kinder erschreckte. Ich war so glücklich, als ich von deinem Besuch hörte doch ich war zu schwach, um dich zu sehen. Es schmerzt mich, dass du dich wegen mir schämtest. Weißt du noch? Als du klein warst, verlor du bei einem Unfall dein Auge. Ich konnte nicht ertragen, dass du einäugig aufwachsen musstest. Also gab ich dir meines. Jetzt bin ich stolz, dass du durch mein Auge siehst. In Liebe, deine Mutter.*

**Was ich lernte:** Manchmal sieht man erst im Rückblick, was Liebe wirklich bedeutet und wie sehr man selbst blind war.

Оцените статью
WIE KONNTE SIE EINFACH ZU MIR NACH HAUSE KOMMEN UND MEINE KINDER ERSCHRECKEN? ICH HABE SIE ANGESCHRIEN: ‚VERSCHWINDE SOFORT!‘
Wahrsage mir, Oma: Traditionelle Weissagung und Lebensweisheit