Lebensphase der Veränderung: Die Herausforderungen und Chancen der Pubertät

**Die Teenagerjahre**

Dina und Armin hatten sich wegen ihrer unterschiedlichen Ansichten über Kindererziehung scheiden lassen. Jeder machte den anderen verantwortlich.

Armin hat nie Verantwortung übernommen, deshalb musste ich seit Nikos Geburt alle Probleme alleine lösen, erklärte Dina.

Meine Frau konnte nie loslassen, musste alles kontrollieren, machte sich ständig unnötige Sorgen deshalb war sie unglücklich, sagte ihr Ex-Mann.

Niko war vierzehn und lebte bei seiner Mutter. Seinen Vater sah er viermal im Monat: zwei Wochenenden und jeden Mittwoch nach dem Training. Obwohl die Scheidung elf Jahre zurücklag, hatte keiner von beiden neu geheiratet. Armin wohnte allein in der Wohnung seiner verstorbenen Mutter.

Wenn Niko bei seinem Vater war, entspannte Dina ein wenig doch wirkliche Ruhe fand sie nie. Sie hielt Armin für unzuverlässig.

Spaß haben, lachen das liegt ihm. Aber eine stabile Beziehung aufzubauen? Unmöglich. Als wir zu zweit waren, war alles perfekt. Doch als Niko kam, änderte sich alles.

Mit dem Baby hatte Armin kaum geholfen. Er kümmerte sich nicht, drückte sich vor Hausarbeit. Dina übernahm schnell die Verantwortung, doch Armin fand nie in die Vaterrolle. Die kleinen Vorwürfe wuchsen, bis sie sich trennten.

Armin sah es anders: Wir verstanden uns nicht mehr. Ich hatte mir Vater sein so schön vorgestellt aber Dina machte alles zur Qual. Ständig Angst vor Krankheiten, vor Fehlern. Irgendwann traute ich mich kaum noch, meinen Sohn anzufassen. Also hielt ich mich raus.

Lass uns scheiden, hatte Dina eines Tages gesagt. Für Armin war es fast eine Erleichterung.

Elf Jahre später war er beruflich erfolgreich ausgerechnet durch seine Spieleleidenschaft. Er entwickelte Computerspiele und verdiente gut.

Dina räumte die Küche auf und ging ins Wohnzimmer.

Niko hat wieder das Licht im Bad angelassen. Ganz der Vater, dachte sie gereizt und öffnete die Tür zu seinem Zimmer trotz des Betreten verboten-Schilds.

Wie immer saß er vor dem Monitor, ohne aufzublicken.

Schatz, den Lichtschalter zu drücken ist nicht schwer. Du bist kein Kleinkind mehr.

Ja, ja, murmelte Niko.

Noch eine halbe Stunde, dann lernst du für die Klassenarbeit.

Doch als sie später zurückkam, spielte er immer noch. Sie forderte streng, er solle die Bücher nehmen. Niko rollte mit den Augen, flüsterte etwas und griff widerwillig zum Geschichtsbuch.

Während sie für den nächsten Tag vorkochte, dachte Dina: *Wie lange noch? Vor anderthalb Jahren wurde er plötzlich so schwierig. Pubertät aber wenn das so weitergeht, halte ich das nicht aus.*

Am Samstag holte Armin Niko ab. Juhu, Papa!, rief der Junge.

Hast du deine Schulbücher?, fragte Dina streng.

Ach, Mama, immer das Gleiche!, stöhnte Niko, schnappte seinen Rucksack und verschwand.

Hilf ihm bitte in Mathe, rief Dina hinterher. Und ernährt euch nicht nur von Pizza!

Die Tür knallte. Im Auto grinsten sich Vater und Sohn an.

Was machen wir heute?

Kino! Und dann in den Park! Und davor Pizza!, kicherte Niko.

Inzwischen verstanden sich die beiden prächtig. Armin hatte gelernt, wie man mit Teenagern umgeht: gemeinsame Zeit, lockere Gespräche keine Vorträge.

Wie läufts in der Schule?

Alles easy, Papa.

Gut. Aber wenn was ist, sags mir.

Der Geschichtslehrer hat mich auf dem Kieker. Nur der Sportlehrer ist cool.

Als sie weg waren, dachte Dina: *Natürlich freut er sich. Armin kam erst zurück, als Niko größer war. Die harte Arbeit blieb an mir hängen und er spielt den coolen Kumpel.*

Sonntagabend brachte Armin Niko zurück. Super Wochenende!, strahlte der Junge.

Doch dann kam der Elternabend. Nikos Zeugnis: Dreien, Vieren und zwei Fünfen in Mathe und Geschichte.

Das kriegt er zurück, dachte Dina wütend.

Zu Hause riss sie ihm den Laptop weg. Keine Spiele mehr bis zu den Ferien! Wie kannst du nur?

Mama, übertreib doch nicht, sagte Niko fast wie sein Vater.

Sie schimpfte weiter, bis er aus der Wohnung stürmte. Verzweifelt rief sie Armin an.

Papa, ich will bei dir wohnen, sagte Niko, als Armin ihm öffnete.

Ich auch, aber deine Mutter wird nicht zustimmen.

Bitte, lass mich nicht zurückgehen! Ich lerne alles nach!

Armin fuhr zu Dina doch zu seiner Überraschung wehrte sie sich kaum. Sie war still, fast erleichtert.

Am nächsten Morgen weckte Armin Niko. Aufstehen! Schule! Doch der Junge schlief weiter.

Eine Woche lang lief alles gut bis die Schule anrief: Niko schwänzte.

Dein verdammter Sohn!, schrie Dina am Telefon. Ich hole ihn sofort!

Doch als sie bei Armin ankam, floh Niko erneut zur Oma.

Wir brauchen eine gemeinsame Strategie, sagte Armin zu Dina. Verbote helfen nicht.

In den Ferien fuhren sie zu dritt zelten mit Schulbüchern im Gepäck. Dina übte Geschichte, Armin Mathe. Und es funktionierte.

Vor der Schule saßen sie nervös im Auto. Als Niko strahlend herausstürmte, wussten sie: Er hatte bestanden.

Das beste Eis der Stadt!, rief Armin und trat aufs Gas.

Im Café beobachtete Dina die beiden. Kein Groll, kein Ärger. Nur Erleichterung.

Armin lächelte sie an. Siehst du? Zusammen schaffen wir das.

Und sie verstand: Die Vergangenheit war vorbei. Aber jetzt waren sie ein Team.

Оцените статью