Wichtige Entscheidung: Der Weg zu Ihrer besten Wahl

Eine wichtige Entscheidung

Beim Spaziergang durch den Park stieg Eva auf eine Brücke und blieb plötzlich stehen. Sie trat an das Geländer und blickte hinunter. Der Fluss darunter war kalt und dunkel, vielleicht nicht einmal tief, aber wenn sie hineinfiele Eva erschrak vor ihren eigenen Gedanken und ging schnell weiter.

Sie kam von ihrer Freundin Sonja, bei der sie übernachtet hatte, nachdem sie am Abend zuvor von zu Hause weggelaufen war, als es einen schrecklichen Streit gab. Sonjas Mutter, die herzensgute Frau Schneider, hatte Eva warmherzig aufgenommen.

Komm herein, Evchen, Sonja ist in ihrem Zimmer, hatte sie gesagt, ohne zu fragen, warum die Freundin ihrer Tochter so aufgewirkt erschien.

Frau Schneider verstand, dass etwas nicht stimmte. Sie gab den Mädchen Abendbrot, Tee mit Kuchen und schickte sie ins Bett. Am nächsten Tag, einem freien Tag, beschloss Eva, nach Hause zu gehen. Sie wollte die Gastfreundschaft von Tante Schneider nicht überstrapazieren.

Danke, Tante Schneider, ich gehe nach Hause. Meine Eltern machen sich sicher Sorgen, sagte sie und ging.

Nach der Brücke sah Eva eine kleine Kirche. Seltsamerweise war sie ihr noch nie aufgefallen, obwohl sie oft zu Sonja ging. Von einem inneren Impuls getrieben, betrat sie das Gebäude.

Ein Gottesdienst war im Gange, nur wenige Leute waren da. Eva ging nach vorn und betrachtete ein großes Bild, auf dem eine junge Frau ein Kind zärtlich im Arm hielt. Sie konnte ihre Augen nicht davon abwenden. Nach einer Weile hörte sie eine Stimme neben sich. Eine ältere Frau mit einem Kopftuch flüsterte:

Zweifle nicht, mein Kind. Behalte das Baby. Alles wird gut.

Eva zuckte zusammen.

Woher wissen Sie das?, fragte sie leise.

Ach, Kindchen, ich habe viel erlebt und sehe, was in den Herzen der Menschen ist, antwortete die Frau mit einem warmen Lächeln. Glaube mir, es wird gut. Du bist nicht die Erste und nicht die Letzte. Keine Frau hat es je bereut, ein Kind zu bekommen. Ich habe hier viele wie dich gesehen. Behalte es und höre auf niemanden.

Der Pfarrer betete, die alte Frau bekreuzigte sich. Eva blieb noch eine Weile und ging dann nach Hause.

Es soll sein, wie es soll, entschied Eva. Die alte Frau hatte recht.

Am Tag zuvor hatten Eva und Sonja nach der Uni auf einer Parkbank gesessen. Eva war verzweifelt.

Was hast du vor, Eva? Behältst du das Baby? Und was ist mit Anton? Hast du es ihm gesagt?, fragte Sonja. Und deine Eltern?

Sonja, du redest wie ein Wasserfall, lass mich mal zu Wort kommen, erwiderte Eva.

Ihre Gedanken waren wirr. Sie studierte im zweiten Semester, und jetzt das. Sie wusste nicht, wie sie es ihren Eltern sagen sollte, besonders ihrer Mutter. Frau Bergmann war streng und unberechenbar.

Mama bringt mich um, flüsterte Eva. Anton sagte, er wolle kein Kind, er sei nicht bereit, Vater zu werden. Er hat gesagt, ich solle ihn nie wieder anrufen. Dabei waren wir seit der Schule zusammen, er war mein Einziger.

Sonja schimpfte wütend über Antons Feigheit.

Tante Bergmann wird toben, klar, sagte Sonja unsicher. Aber was willst du?

Sonja, ich bin im zweiten Semester, Anton hat mich sitzenlassen. Mama wird das Baby nie akzeptieren. Es hängt nicht von mir ab. Eva wischte sich eine Träne weg.

Komm, lass uns nach Hause gehen. Ich sags ihnen heute.

Abends brach ein Streit aus. Frau Bergmann schrie:

Wie konntest du nur? Zweites Semester, wo war dein Verstand? Du weißt doch, dass man verhüten muss! Kein Baby, das dulde ich nicht. Du musst studieren, dein Leben nicht ruinieren!

Helga, bist du bei Verstand?, warf ihr Vater ein. Willst du unsere Tochter dazu drängen?

Georg, halt den Mund!, fauchte Helga. Sie muss lernen, nicht Windeln waschen! Und heiraten will sie auch niemand. Anton hat sich verpisst Wer will sie schon mit Kind? Ohne Abschluss und mit Kind! Also ab zum Arzt!

Helga, wir sind doch da! Eva ist unsere Tochter, wir helfen ihr. Du enttäuschst mich.

Ach, Georg, du wirst ja nicht die Windeln waschen! Ich arbeite auch. Mit vierzig will ich keine Oma werden, die wieder in Babykram versinkt!

Eva hockte zusammengekauert da, packte ihre Sachen und floh zu Sonja.

Am nächsten Tag kehrte sie nach Hause zurück. Es war still. Ihr Vater las Zeitung, ihre Mutter war in der Küche.

Ah, da bist du ja, knurrte Helga.

Evchen, gut, dass du da bist, sagte ihr Vater sanft. Du warst bei Sonja?

Ja, Papa.

Eva stand im Wohnzimmer und sprach laut, damit es die Küche hörte:

Ich bekomme das Baby. Das ist meine Entscheidung. Ihre Stimme war so fest, dass selbst ihre Mutter schwieg.

Einige Zeit verging. Eines Tages, als Eva und Sonja im Park saßen, kam Antons Mutter, Frau Weber, auf sie zu. Eva verkrampfte sich, obwohl sie wusste, dass Nadine Weber freundlich war.

Mädels, hallo. Eva, kann ich mit dir sprechen?

Hallo ja, flüsterte Eva. Sonja verabschiedete sich.

Frau Weber setzte sich neben Eva.

Ich weiß, dass du schwanger bist. Sonja hat es mir gesagt. Sie hat richtig gehandelt. Eva, bitte behalte das Baby. Ich verspreche, dir zu helfen.

Eva war sprachlos.

Mein Sohn ist ein Feigling. Er ist nicht reif genug, Vater zu werden. Aber ich stehe dir bei emotional und finanziell.

Warum?

Meine ältere Tochter kann keine Kinder bekommen. Und Anton auf ihn kann ich nicht zählen. Das ist sein Kind, mein Enkel. Ich will dabei sein.

Eva spürte ihre Aufrichtigkeit.

Klein-Tim kam zur Welt, als Eva im dritten Semester war. Der rosige Junge strahlte sie an. Opa Georg liebte ihn über alles. Auch Oma Nadine besuchte ihn oft.

Nur Helga blieb hart. Kurz vor der Geburt packte sie ihre Sachen und ging.

Ich werde keine Oma!, rief sie und zog zu einem Kollegen, mit dem sie seit Jahren eine Affäre hatte. Georg war geschockt.

Eva nahm kein Urlaubssemester. Ihr Vater und Frau Weber halfen ihr. Nach Tims Geburt unterstützte Oma Nadine sie. Eva schloss das dritte Semester ab.

Als Tim ein Jahr alt war, wurde es leichter.

Anton ist zur Bundeswehr gegangen, erzählte Frau Weber. Vielleicht wird er erwachsen.

Später blieb er als Berufssoldat.

Die Jahre vergingen. Tim wuchs heran. Helga kümmerte sich nicht um sie.

Eva arbeitete, Tim ging in den Kindergarten. Opa Georg lernte mit ihm. Als Tim eingeschult wurde, erzählte Eva ihrem Vater von Oskar, ihrem Kollegen.

Papa, er ist toll

Bring ihn mit.

Oskar, ein sympathischer Mann von dreißig Jahren, kam am Abend.

Guten Abend, Herr Bergmann.

Guten Abend.

Die Männer verstanden sich sofort.

Eva, er ist gut zu Tim. Ein ernsthafter Mann.

Bald hatte Tim einen liebevollen Vater und Georg einen tollen Schwiegersohn. Auch Oma Nadine freute sich.

Eines Tages, als Eva mit Oskar und Tim im Park spazierte, dachte sie:

Die alte Frau in der Kirche hatte recht. Keine Frau hat es bereut, ein Kind zu bekommen.

Eva war glücklich, Oskar auch. Er liebte sie und freute sich auf ihre Tochter.

Und so lernte Eva: Das Leben schenkt uns oft unerwartete Wege aber wenn wir mutig sind, führen sie zum Glück.

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