Morgen zu meiner zukünftigen Schwiegermutter fahren. Verheiratete Freundinnen haben mich fast zu Tode verängstigt, während sie mich beruhigten:

Morgen fahre ich zur zukünftigen Schwiegermutter. Meine verheirateten Freundinnen beruhigen mich fast bis zum Ächzen:

Denk dran, halte die Nase hoch, du bist nicht vom Dachboden gerettet worden
Setz dich nicht selbst auf die Schulter, setz alle Punkte über das i sofort klar.
Gute Schwiegermütter gibt es nicht
Du hast sie glücklich gemacht, nicht umgekehrt

In der Nacht ließ ich kaum ein Auge zu, bis zum Morgengrauen fühlte ich mich, als wäre ich frisch aus dem Sarg gekrochen. Auf dem Bahnhof traf ich den Zug nach Münster, die Fahrt dauert etwa zwei Stunden.

Durch ein kleines Dorf fuhren wir, die Luft war eisig, nach Weihnachten duftend. Der Schnee glitzerte im Sonnenlicht, knirschte unter den Stiefeln. Die Tannenzapfen raschelten im Wind. Ich fror, doch zum Glück tauchte ein winziges Dorf auf.

Eine schmächtige, knochige alte Frau in einer abgenutzten Strickjacke, mit geflickten Hausschuhen und einem löchrigen, aber sauberen Kopftuch, stand an der Torzelle. Hätte sie mich nicht gerufen, wäre ich vorbeigegangen:

Hänschen, Kind, ich bin Ursula Schmitt, Vaters Mutter. Schön, dich kennenzulernen.

Sie zog die flauschige Handschuh aus ihrer Runzelnhand und reichte mir die Hand. Der Händedruck war fest, ihr Blick durch das Tuch scharf. Über einen Pfad zwischen den Schneeverwehungen gingen wir zur kleinen Hütte aus verwitterten Holzbalken. In dem Haus brannte das Ofenfeuer rotglühend.

Wunder! 80 km von Leipzig entfernt, und ich stehe mitten im Mittelalter. Das Wasser kommt aus einem Brunnen, die Toilette ist ein Loch im Hof, ein Radio gibt es kaum, das Licht ist schummrig.

Mama, lass uns das Licht anzünden, schlug Volker vor. Seine Mutter schaute missbilligend:

Willst du im Dunkeln sitzen oder dich das Besteck an den Hals binden? ihr Blick fiel auf mich Natürlich, mein Junge, ich mach das schon. Sie drehte die Glühbirne über dem Küchentisch. Ein schwaches Leuchten erhellte den Raum ein Stück weit.

Ihr habt Hunger? Ich habe Nudeln gekocht, ihr könnt euch an meinem Ofenbrot bedienen. Wir setzten uns, sahen einander an und sie flüsterte sanfte Worte, ihr Blick blieb wachsam, scharf. Ich hatte das Gefühl, meine Seele würde sie genauer untersuchen. Sie schob das Brot, schob Holz in den Ofen und sagte:

Ich stelle den Kessel, wir machen Tee. Der kleine Teekessel mit Deckel, Deckel mit Tannenzapfen, Tannenzapfen mit Loch, aus dem Dampf steigt. Der Tee ist nicht einfach, sondern BeerenMischung. Ein Löffel Himbeermarmelade wärmt sofort, vertreibt den Frost. Und wenn keine Krankheit vorhanden ist, kommt keine mehr.

Ich fühlte mich, als wäre ich in einem Film aus der Vorkriegszeit. Der Regisseur würde jetzt rufen:

Drehschluss. Danke an alle.

Die Wärme, das Essen, der Himbeereistee machten mich schläfrig, ich wollte mich für ein paar Stunden in ein Kissen verkriechen, doch plötzlich:

Kinder, geht zum Bäcker, kauft ein paar Kilogramm Mehl. Wir brauchen die Brötchen, damit Vati, Anna, ihre Familien besuchen können. Ludmilla aus Leipzig kommt, um die zukünftige Schwiegertochter kennenzulernen. Ich brate jetzt Kohl für die Füllung, koche Püree.

Während wir uns ankleideten, holte Ursula unter dem Bett einen Kopfkohl hervor, schnitt ihn und sagte:

Der Kohl geht zur Rasur, wird zu einer kleinen Röhre.

Wir gingen durch das Dorf, jeder hielt an, grüßte, die Männer zogen ihre Mützen ab, verbeugten sich, blickten zurück.

Die Bäckerei liegt im Nachbardorf, wir mussten durch den Wald zurück. Tannen, Baumstämme in weißen Mänteln, die Sonne spielend auf den verschneiten Felsen, auf dem Rückweg ein gelbliches Licht. Der Wintertag ist kurz.

Zurück in der Hütte sagte Ursula:

Mach dich dran, Hänschen. Ich stampfe Schnee, damit die Mäuse nicht an den Baumstämmen nagen. Vati helfe ich, den Schnee zu den Bäumen zu werfen.

Ein Tonnen voll Teig, wenn ich wüsste, was ich machen sollte, würde ich nicht so viel kaufen, aber Ursula drängt: Wie groß die Arbeit auch sei, fängst du an, du schaffst es. Der Anfang ist schwer, das Ende süß.

Allein mit dem Teig, wusste ich nicht, was ich kochen soll. Ein Brötchen rund, das andere lang; eines so klein wie meine Handfläche, das andere so groß wie ein Fass. In einem viel Füllung, im anderen kaum etwas. Eines braun, das andere hell. Oh, ich war erschöpft! Später erklärte Volker: Die Mutter prüfte, ob ich für den wertvollen Sohn geeignet bin.

Die Gäste strömten wie aus einem Horn des Überflusses. Alle blond, blauäugig, lächelten. Ich versteckte mich hinter Volker, schämte mich.

Ein runder Tisch stand in der Mitte des Zimmers, ich bekam einen Ehrenplatz ein Bett mit den Kindern. Das Bett war robust, die Knie fast bis zur Decke, die Kinder sprangen, mir wurde fast schwindelig. Volker brachte eine Kiste, deckte sie mit einer Decke. Ich saß wie eine Königin auf einem Thron, alle sahen zu.

Ich aß weder Kohl noch gebratene Zwiebeln, sondern verschlang alles, während das Lärmen meiner Ohren fast platzte!

Es wurde dunkel. Die zukünftige Schwiegermutter hatte ein schmales Bett in der Küche neben dem Ofen, die anderen im Saal. Die Hütte ist klein, aber zusammen ist es besser. Sie legte mir ein besonders geschnitztes Kopfkissen, das ihr Vater einst gebaut hatte, das Bettzeug war knitterig, das Einschlafen war beängstigend. Ursula deckte zu und sagte:

Geht, die Hütte knarrt, das Feuer knistert, aber der Herrin fehlt ein Platz zum Ruhen!

Die künftigen Verwandten legten sich auf Matratzen, die vom Dachboden herabgeholt wurden.

Ich musste zur Toilette. Ich brach aus dem harten Gefängnis des Bettes, tastete mit dem Fuß den Boden, um niemandem zu übertreten. Im Flur war Dunkelheit. Eine pelzige Kreatur strich an meinen Füßen. Ich erschrak, dachte, es sei eine Ratte, und schrie. Alle lachten: Es ist nur ein Kätzchen, tagsüber streunt es, nachts kommt es heim.

Zur Toilette ging ich mit Volker, die Tür war nur ein Vorhang. Volker stand mit dem Rücken zu mir, zündete ein Streichholz an, damit ich nicht ins Licht falle.

Zurück im Bett schlief ich ein: frische Luft, kein Motorengeräusch das Dorf.

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