― Wann können wir in euer neues Haus ziehen? ― fragten die Schwiegereltern direkt. ― Verstehst du nicht? ― spannte sich Irina an. ― Nun, ihr habt doch alles fertig, also haben wir beschlossen, dass ihr uns bald zu euch holen werdet.

Es war einmal vor langer Zeit, in einem beschaulichen Dorf in Bayern, da lebte ein junges Paar: Anna Müller und ihr Mann Friedrich Schneider. Sie hatten lange davon geträumt, ein eigenes Haus zu bauen, statt sich wie viele andere junge Paare mit einer winzigen Stadtwohnung zu begnügen.

Eines Tages, als sie noch verlobt waren, hatten sie beschlossen: «Wir bauen unser eigenes Haus. Das ist günstiger und besser statt dreißig Quadratmeter bekommen wir hundertdreißig für das gleiche Geld!»

Zum Glück besaß Annas Tante Lieselotte ein Grundstück am Rande des Dorfes, das seit Jahren ungenutzt war. Als sie von den Plänen des Paares hörte, schenkte sie es ihnen mit den Worten: «Ich habe euch zur Hochzeit nichts Richtiges geschenkt dies soll mein Geschenk sein. Damit ihr Platz für eure Kinder habt.»

Doch der Bau war kein leichtes Unterfangen. Um Geld zu sparen, arbeiteten Anna und Friedrich nach ihren eigentlichen Jobs weiter an Wochenenden, abends, selbst bei schlechtem Wetter. Anna musste sogar ihr Erbe, das sie vom Verkauf der Großmutterwohnung erhalten hatte, in das Projekt stecken.

Als das Haus endlich stand, waren sie überglücklich. Zwar fehlten noch einige Details, aber sie konnten bereits einziehen. Stolz luden sie Freunde ein und verbrachten ihre ersten Nächte im neuen Zuhause. Nur eine Sache bedrückte Anna: Friedrichs Eltern, Helga und Wilhelm, hatten nie geholfen weder beim Zaunbau noch beim Gartenanlegen, obwohl sie einen großen Geländewagen mit Anhänger besaßen.

«Dabei sind sie doch in Rente was haben sie nur immer zu tun?», wunderte sich Anna.

Friedrich zuckte nur mit den Schultern.

Eines Nachmittags, als Anna allein im Haus war, klopfte es an der Tür. Sie dachte, es sei die Lieferung des neuen Fernsehers. Doch draußen standen Helga und Wilhelm.

«Guten Tag, Anna! Wir dachten, wir schauen mal vorbei», sagte Helga strahlend.

Anna war perplex. «Äh kommt herein.»

Die Schwiegereltern musterten das geräumige Wohnzimmer. «Ach, wie schön ihr es hier habt! So viel Platz!», schwärmte Helga. «Viel besser als eine enge Wohnung.»

Anna nickte verlegen.

Dann kam die Bombe: «Wann dürfen wir zu euch ziehen?», fragte Wilhelm unvermittelt.

Anna erstarrte. «Wie bitte?»

«Nun, ihr seid ja jetzt fertig. Da dachten wir, wir könnten zu euch kommen», erklärte Helga. «Unsere Wohnung können wir dann vermieten eine nette Zusatzrente.»

Anna war sprachlos. «Habt ihr das mit Friedrich besprochen?»

«Nein, aber er wird sicher nichts dagegen haben», meinte Wilhelm zuversichtlich.

Als Friedrich später heimkam, flüsterte Anna ihm alles zu.

«Was?!», rief er entsetzt.

Friedrich stellte sich vor seine Eltern. «Ihr habt uns nie geholfen, nicht einmal beim Kühlschranktransport. Und jetzt wollt ihr bei uns wohnen und noch Geld verdienen? Nein, das geht nicht.»

Helga begann zu schmollen. «Sohn, wie kannst du so mit uns reden? Haben wir dir nicht immer beigestanden?»

«Und habt ihr uns beigestanden?», konterte Friedrich.

Schweigend packten Helga und Wilhelm ihre Sachen und gingen.

Anna umarmte Friedrich dankbar. «Danke. Ich war so unsicher, ob du auf ihrer Seite stehen würdest.»

«Warum sollte ich?», sagte er lächelnd. «Jetzt aber wie wärs mit Abendessen?»

Und so lebten sie glücklich in ihrem Haus ganz allein.

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