Schwiegermutter lachte über meine Mutter: ‘Ach, du Bauernlümmel!’ Doch als sie zu Besuch kam – blieb ihr die Spucke weg…

Die Schwiegermutter lachte über meine Mutter: Ach, du Bauernmädchen! Doch als sie dann kam, verstummte sie schnell

Die Schwiegermutter, Ella Alexandrowna, hatte mich fast vom ersten Tag an verspottet. Nicht grob, nicht offen nein, sie war zu kultiviert für solche Direktheit. Ihr Spott verbarg sich hinter feinen Lächeln, einem leichten Kippen des Kopfes, hinter Sätzen wie: Nun, jeder hat eben seine Wurzeln oder Wie süß, dass du an deinen ländlichen Gewohnheiten festhältst.

Doch ihr giftigster Satz, der sich mir ins Gedächtnis brannte wie ein glühendes Eisen, war:

Ach, du Bauernmädchen

Sie sagte es an dem Tag, als ich zum ersten Mal ihr Haus betrat das Haus meines Schwiegervaters und meiner Schwiegermutter nach der Verlobung mit ihrem Sohn, meinem zukünftigen Ehemann Armin. Wir saßen an einem edlen Mahagonitisch, tranken Tee aus Porzellantassen mit vergoldeten Rändern, und ich legte nervös den Löffel an die falsche Stelle. Ella Alexandrowna sah mich mit leichtem Erstaunen an, als hätte ich etwas Unfassbares getan, und flüsterte leise, doch für alle hörbar:

Ach, du Bauernmädchen

Armin sagte damals nichts. Er wurde nur leicht rot und wandte den Blick ab. Ich spürte, wie mir eine Schamröte über den Rücken kroch. Doch nicht wegen der Beleidigung nein. Es war etwas anderes: hart, kalt, wie Stahl. Und ich dachte mir: Lass sie lachen. Sie wird es noch sehen.

Armin und ich hatten uns in Berlin kennengelernt, auf einer Ausstellung für moderne Kunst. Er der Sohn eines erfolgreichen Unternehmers, selbst Besitzer einer IT-Firma, aufgewachsen zwischen Luxusautos, Nobelhotels und Gesellschaftsempfängen. Ich die Tochter einer einfachen Bauernfamilie. Doch nicht so einfach, wie man in der Stadt vielleicht denkt. Unser Dorf hatte keinen einfachen Hof wir besaßen einen Agrarbetrieb. Ja, genau das. Mein Vater hatte in den Neunzigern klein angefangen: eine Kuh, dann eine zweite, später einen Traktor. Dann baute er einen Stall. Und meine Mutter, die sich stets nach Schönheit und Ordnung sehnte, verwandelte unser Haus in ein Anwesen im Landhausstil: ein geräumiges Heim, antike Möbel, ein Freiluftpool, ein Wintergarten. Und das alles umgeben von Feldern und Wäldern, fernab des städtischen Trubels.

Doch ich prahlte nie damit. Weder vor Armin noch vor seinen Eltern. Wozu? Sollen sie denken, was sie wollen. Die Wahrheit würde sich zeigen.

Unsere Hochzeit feierten wir auf Mallorca. Nur wir beide, ein paar Zeugen und der Fotograf. Ohne Familie, ohne Freunde. Armin wollte einen reinen Neuanfang ohne Stress, ohne Menschenmassen. Ich stimmte zu auch ich sehnte mich nach Ruhe. Doch natürlich war die Schwiegermutter unzufrieden.

Wie kann das sein?, empörte sie sich am Telefon. Kein Kleid, keine Feier, keine Trinksprüche Das ist keine Hochzeit, das ist nur eine standesamtliche Eheschließung!

Aber unsere, antwortete ich ruhig.

Nach der Hochzeit kehrten wir nach Berlin zurück. Zuerst lebten wir in seiner Wohnung im Zentrum, dann kauften wir ein Haus am Stadtrand. Armin arbeitete, während ich mich um Wohltätigkeitsprojekte kümmerte und einen Blog über moderne Landwirtschaft führte. Manchmal kam meine Mutter zu Besuch nur für ein paar Tage. Sie sah immer makellos aus: gepflegte Haare, perfektes Make-up, Kleider von namhaften Designern. Doch Ella Alexandrowna hatte sie nie gesehen. Wir organisierten bewusst keine Treffen. Ich spürte: Solange meine Mutter nicht persönlich erschien, würde die Schwiegermutter weiterhin ihre spitzen Bemerkungen machen. Und ich hatte keine Eile.

Deine Mutter trägt wohl noch immer Filzstiefel?, fragte Ella Alexandrowna einmal, als wir über Weihnachtsbräuche sprachen.

Nein, antwortete ich. Sie hat eine Sammlung italienischer Schuhe. Aber Filzstiefel besitzt sie auch. Für die Jagd.

Armin musste lachen. Die Schwiegermutter nicht.

Zwei Jahre vergingen. Armin und ich erwarteten ein Kind. Meine Mutter rief täglich an, machte sich Sorgen, gab Ratschläge, schickte Pakete mit selbstgemachten Vitaminen und Kräutern. Eines Tages sagte sie:

Ich komme vorbei.

Warum?, wunderte ich mich.

Weil es Zeit ist, antwortete sie einfach.

Und eines Morgens klingelte es an der Tür. Draußen stand meine Mutter. In einem cremefarbenen Max-Mara-Mantel, mit einem Louis-Vuitton-Koffer und einem Strauß weißer Orchideen. Ihr Haar war perfekt gestylt, das Make-up makellos, ihr Blick ruhig und selbstbewusst.

Hallo, meine Tochter, sagte sie und umarmte mich. Wo ist dein Mann?

Armin war auf Geschäftsreise. Doch die Schwiegermutter wollte gerade zum Mittagessen vorbeikommen. Am Morgen hatte sie angerufen: Ich komme vorbei, sehe nach, wie es euch geht, vielleicht kann ich helfen. Ich lehnte nicht ab. Ich wusste: Heute würde sich alles ändern.

Als Ella Alexandrowna das Haus betrat, verstand sie zunächst nicht, wer vor ihr stand. Sie nickte nur höflich, als wäre es eine fremde Besucherin, und ging in die Küche. Doch als sie hörte: Guten Tag, Ella Alexandrowna. Ich bin Annelieses Mutter, erstarrte ihr Gesicht. Sie blieb stehen, drehte sich langsam um.

Sie Sie sind Annelieses Mutter?

Ja, lächelte meine Mutter. Ich hoffe, mein Besuch stört nicht?

Die Schwiegermutter schwieg. Sie musterte meine Mutter von Kopf bis Fuß, als suche sie einen Fehler, einen Riss in der Fassade. Doch da war nichts nur Gelassenheit, Würde, eine stille Kraft, die keine Worte brauchte. Meine Mutter setzte sich, schenkte sich selbstbewusst Tee ein, stellte den Löffel genau richtig hin. Und dann sagte sie, sanft, aber so deutlich, dass es im Raum widerhallte: Ich danke Ihnen, dass Sie sich um meine Tochter kümmern. Obwohl ich glaube, sie hat sich immer gut allein gekümmert. Ella Alexandrowna senkte den Blick. Sie lachte nicht mehr. Nie wieder.

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