„Es ist deine Mutter – also ist es deine Verantwortung!“ – Sagte er, aber sie hatte genug davon.

Liebes Tagebuch,

Das ist deine Mutter also liegt die Verantwortung bei dir! das sagte er, doch ich war es leid. Ich, Liselotte, knöpfte den Mantel meines Sohnes fest zu und biss die Zähne zusammen, um meine Wut zu ersticken. Heute stand wieder die größte Angst an: ein Besuch bei meiner Schwiegermutter. Seit dem ersten Tag ist das Verhältnis ein ständiger Kampf.

Ursula Schneider hatte mich nie als Ehefrau ihres Sohnes akzeptiert. Was ich auch tat, sie fand immer einen Makel, immer etwas zu kritisieren.

Schon wieder, Liselotte? seufzte Markus, als er mein angespanntes Gesicht sah. Du willst doch nicht hingehen, oder?

Ich lachte bitter.

Fragst du das ernsthaft, Markus? Du weißt doch genau, warum ich nicht gehen will!

Mein Blick flackerte wütend.

Sie wird mich wieder tadeln, mich kleinmachen, sagen, ich erziehe unseren Sohn falsch! Und es ist ihr egal, dass ich arbeite, das Haus leite, koche, putze und alle Rechnungen bezahle! Ich halte diese Familie allein zusammen!

Aber du bist den ganzen Tag zu Hause, erwiderte Markus mit zugezogenen Schultern.

Mein Blick verdunkelte sich.

Ach ja? Glaubst du, ich sitze nur herum und warte darauf, dass Geld vom Himmel fällt?

Ich arbeite auch, knurrte er. Es ist nicht meine Schuld, dass ich nicht mehr verdiene.

Die Wahrheit war: Mein Honorar als selbstständige Grafikdesignerin war dreimal höher als das von Markus. Ich war die Hauptverdienerin.

Kannst du nicht allein hingehen? fragte ich hoffnungsvoll.

Liselotte, heute ist Muttertag! Du kannst meine Mutter doch nicht einfach ignorieren!

Ich schniefte und zog weiter an dem Mantel. Zwei Stunden später standen wir vor Ursulas Wohnung in Hamburg.

Im Wohnzimmer saß bereits die Nichte von Markus, Klara, auf dem Sofa. Ich hatte längst bemerkt, dass Ursula Klara bevorzugte. Sie behandelte sie wie eine Königin, während sie meinen kleinen Enkel fast ignorierte. Das war keine Überraschung Klara hatte ihre Eltern vor fünf Jahren verloren, und Ursula hatte sie wie ihr eigenes Kind erzogen.

Rund um sie herum lachten die Schwestern von Ursula laut, hoben die Gläser mit Spreewein und stießen an.

Plötzlich ließ Ursula ein Bombardement los.

Ich habe entschieden, verkündete sie feierlich. Ich vermache meine Wohnung an Klara. Du, Markus, hast bereits ein Zuhause.

Markus zuckte nicht einmal mit den Schultern, sondern nickte nur stumm.

Einige Tage später war alles geregelt: Die Wohnung gehörte nun Klara, allerdings erst nach dem Tod von Ursula. Doch das Schicksal hatte andere Pläne. Ein schwerer Schlaganfall ließ sie gelähmt zurück, unfähig, sich selbst zu versorgen.

Wir müssen zu Mamas Haus ziehen, erklärte Markus entschlossen. Sie darf nicht allein bleiben.

Eine eisige Welle durchfuhr mich. Ich wusste, was das bedeutete: Ich müsste sie pflegen, anziehen, waschen und dabei weiter arbeiten und unseren Sohn betreuen.

Doch ich schwieg.

Wochen vergingen, und ich hielt das Fass nicht mehr.

Am Abend platzte ich schließlich heraus.

Markus, die Wohnung deiner Mutter gehört ja Klara. Sollte sie nicht für ihre Mutter sorgen?

Klara studiert, Liselotte, und hat einen Freund. Willst du, dass er hier einzieht?

Ich lachte trocken, fast wahnsinnig.

Markus, ich halte das nicht mehr aus!

Er verschränkte die Arme.

Ach ja? Bist du schon müde?

Meine Hände zitterten vor Zorn.

Ich ersticke! Alles liegt auf mir! DEIN VATER, DEINE MUTTER, UNSER KIND, MEIN JOB ICH KANN NICHT MEHR!

Aber du arbeitest doch von zu Hause, murmelte er selbstgefällig.

Mein Blick wurde schärfer als zerbrochenes Glas.

Und? Glaubst du, ich arbeite nicht richtig?

Mein Herz hämmerte.

Weißt du was? Jetzt bist du du, der sich um seine Mutter kümmert!

Das ist meine Mutter, aber auch deine Schwiegermutter! Das ist deine Pflicht! Willst du sie waschen?

Stille wie ein Grab.

Dann sprach ich, kalt und gefasst:

Ich schulde dir nichts mehr.

Markus lachte spöttisch.

Dann hol dir eine Pflegekraft!

Oh, willst du sie bezahlen?

Warum sollte ich das?

Dann gibt es keine Pflegekraft.

Er verschränkte die Arme fester.

Benutz das Geld deiner Mutter, oder dein Gehalt.

Markus Gesicht verhardete.

Und warum habe ich dann überhaupt eine Frau?

Ein Schalter sprang. Etwas in mir zerbrach endgültig. Alles wurde grell und klar. Markus hatte mich jahrelang ausgenutzt. Und Klara? Sie hatte nie einen Fuß zu ihrer Großmutter gesetzt.

In dieser Nacht schlief ich nicht. Am Morgen wusste ich, was zu tun war. Sobald Markus das Haus verließ, packte ich meinen Koffer, nahm unseren Sohn und fuhr.

Ich schickte nur eine Nachricht und sperrte seine Nummer:

Ich werde diese Last nicht mehr allein tragen.

Noch am selben Abend brach Markus wütend herein.

Komm zurück, oder ich fordere die Scheidung!

Ich lächelte leise.

Mach das. Ich habe es schon längst vorgehabt.

Zum ersten Mal wirkte Markus verloren. Ich wartete nicht auf Entschuldigungen. Meine Entscheidung war getroffen.

Ein Monat später war die Scheidung offiziell. Markus entschuldigte sich nie.

Und ich? Ich bereue nicht, dass ich gegangen bin.

Sechs Monate später erreichte mich die Nachricht: Ursula war gestorben. Und Klara?

Sie schickte Markus ohne ein einziges Wort hinweg.

In diesem Moment begriff er, was er verloren hatte. Alles war weg.

Jetzt sitze ich hier, atme tief ein und fühle, dass ich zum ersten Mal wirklich frei bin.

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