Wieso bist du schon so früh zu Hause?» – ein erschrockener Mann lugte aus dem Schlafzimmer

Warum bist du schon zu Hause? Aus dem Schlafzimmer tauchte ein verunsicherter Mann auf.
Wer hat angerufen? Es ist fast Mitternacht, fragte Paul verwirrt seine Frau.

Äh das war der Chef, antwortete Anneliese mit zitternder Stimme. Ich muss dringend zu einer wichtigen Konferenz.

Mitten in der Nacht? Und was für eine Konferenz? Bist du sicher, dass das jetzt sein muss?

Leider ja. Es ist eines der größten Events in unserer Branche. Ich kann es einfach nicht verpassen. Top-Experten, neueste Entwicklungen

Aber du warst doch erst letzten Monat auf der Messe in Berlin. Gibt es wirklich niemand anderen?

Ich will auch nicht, aber du weißt doch, wie wichtig das für meine Karriere ist. Nur zwei Wochen, dann bin ich zurück. Verstehst du das nicht?

Na gut, wenn es wirklich sein muss, brummte Paul missmutig. Ich gewöhne mich schon daran, allein zu sein und es gefällt mir nicht. Ich werde dich schrecklich vermissen.

Ich dich auch, Schatz. Aber je schneller ich fahre, desto schneller bin ich wieder da. Und dann fliegen wir zusammen weg, nur wir beide! Anneliese schmiegte sich an ihn.

Gut, ich versuche, die zwei Wochen durchzuhalten.

Zwei Tage später half Paul seiner Frau, den Koffer ins Taxi zu laden.

Alles klar, ich fliege jetzt. Ich liebe dich, sei nicht traurig!

Im Auto griff Anneliese zum Handy und öffnete eine vertraute Nummer im Messenger.

Bin unterwegs. Bald am Flughafen, tippte sie.

Perfekt, ich warte im Hotel. Ich kann es kaum erwarten, dich wiederzusehen! Die Antwort war gespickt mit verführerischen Emojis.

Anneliese lächelte verschmitzt und warf einen Blick auf ihren Ehering. Wieder einmal hatte sie ihren treuen Mann belogen. Doch es tat ihr nicht leid. Paul war zwar lieb, aber einfach langweilig. Doch Moritz Allein bei dem Gedanken spürte sie ein Kribbeln im Bauch.

Zwei Wochen sengende Sonne, türkisfarbenes Meer und leidenschaftliche Nächte mit ihrem Liebhaber genau das brauchte sie jetzt. Die Konferenz? Nur eine Ausrede, damit Paul nichts ahnte. Sie wusste, dass es unmoralisch war. Doch die Vernunft hatte längst gegen die Verheißung verloren, die vor ihr lag.

Die Insel war wie ein Paradies. Anneliese lag am Strand, ließ die salzige Luft auf ihrer Haut tanzen und beobachtete das glitzernde Wasser. Sie war glücklich, diese kostbaren Stunden mit Moritz zu verbringen.

Sie musterte ihn. Gerade erst aus dem Wasser gestiegen, glänzten seine Muskeln in der Sonne. Sein nasser Körper trieb sie in den Wahnsinn. Am liebsten hätte sie ihn zurück ins Hotel gezogen, wo sie ungestört waren.

Doch dann überkam sie Wehmut. Es waren ihre letzten Tage. Paul glaubte, sie sei auf einer wichtigen Dienstreise und brauche auch mal eine Pause. Von ihm. Das hatte sie sich zumindest gedacht.

Natürlich würde sie nicht gleich die Scheidung einreichen. Erst musste alles perfekt vorbereitet sein.

Moritz, glaubst du, wir können das mit Paul regeln?

Der breitschultrige Mann ließ sich auf den Liegestuhl fallen, legte ein Handtuch über die Schulter. Seine kräftige Hand strich über ihr Knie.

Du solltest alles gut vorbereiten. Hol dir einen Anwalt, statt auf Glück zu hoffen.

Sein Zweifel missfiel ihr. Sie hatte gehofft, nach der Scheidung zu ihm zu ziehen unzertrennlich, endlich frei.

Am Abend gingen sie ins Restaurant, um ihren letzten Abend zu feiern. Anneliese nippte am Wein, kuschelte sich an Moritz doch ihre Gedanken kreisten um Paul. Ein schwieriges Gespräch stand bevor.

Für sie war Paul ein tumbes Muttersöhnchen, das nicht mal merkte, wie sie ihn betrog. Doch die Scheidung konnte zum Albtraum werden, besonders wenn seine Mutter sich einmischte.

Na gut, bald bin ich geschieden, ziehe zu dir, und dann wird alles perfekt, sagte sie und hob ihr Glas.

Äh nein, so war der Deal nicht!

Anneliese erstarrte. Sie hatten nie darüber gesprochen. Eiswasser schien durch ihre Adern zu fließen.

Der Urlaub war toll, aber ein Zusammenziehen steht nicht zur Debatte. Ich habe eine Frau, zwei Kinder hab ich das nicht erwähnt?

Langsam schüttelte sie den Kopf. Wie konnte sie nur so blind sein?

Wenn du dich scheiden lassen willst, bitte. Aber ich reiße meine Familie nicht auseinander. Bei mir läuft alles perfekt.

Kein Wort kam über ihre Lippen. Der Rest des Abends verlief schweigsam. Am nächsten Tag fuhren sie zum Flughafen.

Reg dich nicht auf, Anneliese. Ich habe dir nichts versprochen. Es war nur ein Urlaub. Meine Frau erwartet bald unser drittes Kind damit ist Schluss. Ich will kein Risiko eingehen.

Aha, entgegnete sie kalt. Wie sehr sie ihn in diesem Moment hasste!

Doch er hatte recht: Er hatte nie Versprechungen gemacht. Alles nur Wunschdenken.

Während des Fluges saß sie stumm da, hörte ihr Herz schlagen. So tiefe Enttäuschung hatte sie lange nicht gespürt.

Bist du sicher, dass du dich nicht scheiden lässt?

Anneliese, kein vernünftiger Mann zieht für seine Geliebte aus. Wenn du deinen Mann betrügst, wirst du es auch bei mir tun. Ich brauche das nicht. Meine Familie ist mir wichtig. Du bist mir nicht so viel wert auch wenn es hart klingt.

Zynisch strich er ihr eine Haarsträhne hinters Ohr, küsste sie auf die Stirn. Früher hätte sie geschmolzen jetzt wollte sie ihn schlagen.

Endlich landete das Flugzeug.

Also dann, wir hören uns.

Nein, niemals, fauchte sie, ohne ihn anzusehen.

Sie hoffte, er würde ihr nachlaufen. Doch Moritz zuckte nur mit den Schultern. Er bestellte zwei Taxis. Die Wagen fuhren in entgegengesetzte Richtungen davon.

Tränen der Ernüchterung stiegen ihr auf. All ihre Träume zerplatzt. Sie musste nach Hause, sich mit Paul versöhnen. Allein sein? Unmöglich.

Ihr ganzes Leben war sie von Beziehung zu Beziehung gehüpft. Einsamkeit bedeutete für sie, ungeliebt zu sein.

Es war ein wundervoller Urlaub doch jetzt musste sie zur Besinnung kommen. Keiner dieser Männer hatte ihr Zukunft versprochen.

Das Taxi hielt vor ihrem Haus. Sie zerrte den Koffer Richtung Eingang. Sie musste mit Paul reden, vielleicht eine Paartherapie versuchen. Vielleicht konnte die alte Liebe wieder aufblühen?

Sie steckte den Schlüssel ins Schloss, drehte ihn zweimal dann hörte sie Geräusche.

Warum bist du schon zu Hause? Paul erschien mit schockiertem Gesicht.

Sie stürmte ins Schlafzimmer und sah eine Frau in ihrem Bett.

Eigentlich hätte sie weinen, fliehen sollen. Doch Anneliese war keine Schwächin. Ohne zu zögern, riss sie die Fremde vom Bett. Es folgte ein Handgemenge, bis Paul sie zurückhielt.

Wagst du es?! Ich schufte, und du holst dir ne Frau ins Haus? Ich hasse euch beide!

Die Fremde raffte ihre Kleider zusammen und flüchtete.

Erst als Anneliese erschöpft nachließ, ließ Paul sie los.

Ich dachte, wir würden meinen Rückkehr feiern und dann das! Glaubst du, du kannst mich einfach ersetzen?

Ich weiß genau, dass du nicht auf Dienstreise warst, sondern mit Moritz im Urlaub, sagte Paul kalt. Während du am Strand lagst, habe ich mir auch was gegönnt.

Seine Worte trafen wie Peitschenhiebe. Sie suchte in seinen Augen nach Reue doch da war nichts.

Schweigend packte sie ihre Sachen. Minuten später verließ sie die Wohnung.

Bei ihrer Freundin Hanna brach sie zusammen.

In jeder Ehe gibt es Krisen. Wahre Liebe bedeutet, einander zu vergeben.

Anneliese verstand das nicht. Ihr Leben lang hatte sie sich geschworen: Betrug ist unverzeihlich. Doch jetzt?

Am nächsten Morgen schien Vergebung gar nicht mehr so absurd. Beide hatten sich falsch verhalten. Waren sie noch dieselben Menschen, die sich einst bedingungslos geliebt hatten?

Und?

Ich gehe morgen zu ihm. Wir reden.

Gut so. Vielleicht merkt ihr beide jetzt, was ihr verlieren könntet.

Anneliese glaubte nicht daran. Wie sollte ihre Ehe ohne Liebe weitergehen? Doch sie hatten so viel gemeinsam. Vielleicht konnte die Gewohnheit die Wunden heilen?

Am nächsten Tag stand sie vor seiner Tür, nervös wie ein Teenager.

Doch Paul ließ sie ein, kochte Tee.

Ich habe nachgedacht. Wir sollten es nochmal versuchen. Wir haben uns wehgetan aber ich glaube, wir können es schaffen.

Sie war sprachlos. Er nahm ihre Hände.

Lass uns vergeben und neu anfangen. Ich war kein perfekter Ehemann aber das will ich ändern. Wir kaufen eine größere Wohnung, gründen eine Familie. Und betrügen uns nie wieder.

Sie brach in Tränen aus, fiel ihm in die Arme.

Ihre Beziehung wurde stärker, trotz allem. Wie lange das halten würde? Sie wusste es nicht. Doch sie würden kämpfen diesmal ohne Geheimnisse.

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