Meine Mutter bat mich, einen Vaterschaftstest zu machen, und wir stimmten zu, obwohl ich nie daran gezweifelt habe, dass Gretchen meine Tochter ist.
Ich heiße Viktor, bin siebenunddreißig Jahre alt. Obwohl ich alles hatte, worauf ich im Leben gehofft hatte, fehlte mir eines: eine eigene Familie. Seit dem Tod meines Vaters vor sechs Jahren lebe ich mit meiner Mutter in einer Zweizimmerwohnung in Berlin. Ich wollte meine Mutter nicht enttäuschen und ihre Erwartungen erfüllen. Deshalb schloss ich mein Studium mit einem guten Abschluss ab, fand einen sicheren Job und konnte ihr die versprochene Sicherheit geben. Sie wartete gespannt darauf, dass ich ihr verkünde, dass ich eine Partnerin gefunden habe, damit sie in Zukunft Enkelkinder betreuen kann.
Eines Tages lernte ich Liselotte kennen, ein Mädchen aus einem kleinen Dorf in Brandenburg, das damals noch Studentin war. Ihre Familie war nicht besonders wohlhabend, doch das spielte für mich keine Rolle. Meine Mutter hingegen lehnte meine Wahl ab und meinte, Liselotte sei nicht die richtige für mich. Zum ersten Mal folgte ich meinem Herzen und begann, mich mit ihr zu treffen. Nach einigen Monaten brachte ich sie nach Hause und erklärte, dass wir zusammenziehen würden und sie mit meinem Kind schwanger sei. Meine Mutter war anderer Meinung und vermutete, dass Liselotte nur aus Hintergedanken in die Stadt gekommen sei.
Trotz des Unmuts meiner Mutter zog Liselotte zu uns, und meine Mutter nahm sie widerwillig auf. Anfangs war sie skeptisch, doch mit der Zeit wurde sie geduldiger. Liselotte erwies sich als hervorragende Haushaltsführerin, und meine Mutter wirkte beruhigter. Dennoch hoffte sie immer noch, uns beide in einen Streit zu verwickeln.
Nach kurzer Zeit kam unser kleines Mädchen zur Welt, das wir Gretchen nannten. Meine Mutter verlangte erneut einen Vaterschaftstest; wir kamen überein, obwohl ich nie daran gezweifelt habe, dass Gretchen meine Tochter ist. Der Test bestätigte meine Vaterschaft, doch meine Mutter weigerte sich weiterhin, Liselotte in unsere Familie zu integrieren. Sie schlug sogar vor, dass ich mich von Liselotte trennen und das Kind mit nach Hause nehmen solle.
Wütend ließ ich das Haus meiner Mutter hinter mir, nahm Liselotte und Gretchen mit. Seitdem halte ich nur noch minimalen Kontakt zu meiner Mutter, weil ich sie als egoistisch empfinde und sie meine Gefühle nicht respektiert. Es ist schade, dass sie Liselotte nicht als Teil unserer Familie akzeptieren konnte, aber ich werde ihr Verhalten nicht länger hinnehmen.







