Die Heiratsanträge kommen zu uns, und ich habe angedeutet, dass sie doch ihre Tochter mit den Enkeln zurückholen könnten, aber sie haben entsetzt mit den Armen gefuchtelt.

Wir saßen im Wohnzimmer unseres alten Fachwerkhauses in Kleinburg, als die Schwiegermütter plötzlich auftauchten. Ich deutete sachte, dass sie doch ihre Tochter und die Enkelkinder zurückholen könnten, und sie winkten nur mit den Händen, als wollten sie uns zeigen, dass das kein Thema sei.

Ich hörte das schwere Tor hinter der Schwiegertochter schließen, schenkte dem jedoch keine Beachtung sie ging gern allein spazieren, ohne die Kleinen. Mein Mann und ich hatten uns daran gewöhnt, die Enkel zu füttern, zu spielen und abends selbst ins Bett zu bringen, weil die jungen Eltern oft beschäftigt oder erschöpft waren.

Als sie jedoch nicht mehr zum nächtlichen Essen zurückkehrte, spürte ich das Unbehagen in mir aufsteigen.

Jörg, wo ist Anke? Ich erreiche sie nicht! schrie ich.

Mama, alles gut, sie ist zum Ausruhen weggefahren, kam die ruhige Stimme meines Sohnes.

Aber es ist schon spät, sie hätte längst zurück sein können.

Sie ist mit Freundinnen in die Berge gefahren.

Jörg blieb gelassen, doch in meinem Kopf pochte ein dumpfes Geräusch. Wie konnte sie mir kein Wort sagen? Was sollte das für ein Verhalten sein?

Dann erschütterte mich ein weiteres Bewusstsein, das mich nicht mehr losließ. Als mein Sohn Jörg Anke geheiratet hatte, waren sie beide gerade einmal zwanzig. Jörg zog zu Anke, weil beide alleinstehend waren, doch Anke wollte irgendwann einen eigenen Mann an die Seite holen ich hatte nichts dagegen.

Bald darauf kamen die ersten Kinder, dann das zweite Kind. Und dann begann das Chaos. Jörg brachte die Enkel in seiner Kinderwagen zur Tür, erledigte seine Aufgaben und ließ abends Anke und die Kinder zu uns kommen. Nach dem gemeinsamen Abendessen fuhren wir alle zu Anke.

Für mich war es ein Geschenk, mit den Enkeln zu spielen, denn sie waren selten hier; Anke wohnte am anderen Ende des Dorfes, ein Weg, den man nicht einfach über den Zaun springen konnte. Doch sobald die Kinder häufiger kamen und auch bei Regen oder Schnee übernachteten, fühlten mein Mann und ich uns nur noch überglücklich.

Ich tat alles, damit die Kinder genug zu essen hatten, ging mit den Enkeln spazieren, damit die jungen Eltern mittags ausschlafen konnten, half beim Waschen und beim Anziehen. Als die Kinder eines Tages verkündeten, sie würden zu uns ziehen, fühlte ich den Geschmack des Sieges. Ich war die beste Oma und Mutter, die sie je hatten.

Mein Mann fuhr oft in die Stadt Berlin, um gut zu verdienen, während ich das Haus leitete. Kochen und Putzen waren für mich kein Problem; ich hatte sogar eine kleine Gärtnerei, die ich selbst bewirtschaftete.

Doch die Jahre machten mich müde. Die Kinder wollten immer etwas anderes essen, ich musste jedes Mal neu kochen, und Anke war häufig beschäftigt und ließ die Kinder bei mir zurück. Wie sollte ich ihr Vorwürfe machen? Sie war nicht meine Tochter. Also bat ich Jörg, dass sie wenigstens das Geschirr spülen und aufräumen solle, weil ich erschöpft war.

Mama, Anke erwartet wieder ein Kind, sie kann nicht in eure Küche, weil dort so ein Geruch ist. Sie wollte es nicht sagen, aber bitte räumt ein bisschen auf, sonst kann sie nicht einmal kurz hier sein, sagte Jörg.

Das ließ mir ein kaltes Kribbeln über die Haut laufen. Noch ein Kind? Wir schliefen schon kaum, weil unser ältester Enkel schon früh aufsteht, fernsehen will und bis spät in die Nacht in unserem Zimmer bleiben will. Und Anke? Sie füttert das Baby, das schläft, während David zu Hause bleibt.

Jörg, die Kinder müssen bei euch sein, sagte ich.

Mama, wir kaufen neue Möbel, hier ist kein Platz mehr. Vielleicht könnt ihr ins Esszimmer ziehen, und wir machen aus eurem Zimmer ein Kinderzimmer, schlug er vor.

Ich schaute nur mit den Augen. Unser Haus hatte zwei Zimmer, eine Speisekammer, einen Flur und eine winzige Küche.

Jörg, wo sollen wir mit dem Vater schlafen? Wenn wir das Sofa zusammenklappen, gibt es kaum einen Schritt Platz, protestierte ich.

Dann beschwere dich nicht, wenn David bei euch einschläft, erwiderte er.

So stand plötzlich ein Kinderbett im Wohnzimmer. Der kleine Enkel wankte hin und her, schlief mal bei den Eltern, mal wieder bei uns, und die ganze Nacht war ein ständiges Wiegen und Aufstehen. Am Morgen fühlte ich mich, als hätte ich einen Berg auf den Schultern.

Dann klopften die Schwiegermütter wieder an unsere Tür. Ich deutete erneut, dass sie doch ihre Tochter mit den Kindern zurückholen könnten, und sie winkten nur ab:

Sie haben fünf Jahre bei uns gelebt, bei euch erst ein Jahr rechnet nicht mit uns.

Wieder wurde mir klar, dass nicht alles so laufen konnte, wie es sein sollte, doch wohin sollte ich mich wenden?

Die Schwiegertochter half nie, selbst als es noch kein drittes Kind gab; sie fand stets einen Vorwand, ging mit den Kindern spazieren, während wir im Garten arbeiteten. Jetzt war sie völlig unnahbar, ließ sich nicht bücken, nicht das Kind hochheben, nicht kochen jede Bitte löste eine Reaktion aus.

Jetzt ist sie unterwegs, nimmt das Telefon nicht ab, hat uns nichts gesagt, nur meinem Mann. Wir machen uns Sorgen, die Kinder vermissen ihre Mutter, doch sie ruht sich aus, ohne zu melden.

Jörg, bei wem hat sie die Kinder abgelassen? fragte ich.

Bei mir, kam die Antwort.

Ach, bei dir, murmelte ich, und die Welt schien dunkler zu werden. Dann gut, füttere sie und lege sie ins Bett. Jörg wusste nicht, was die Kinder mögen oder wie sie einschlafen, und ich wandte mich an meinen Mann:

Das ist das Ende meiner Geduld, ich kann das nicht mehr ertragen.

Wir schliefen in der Küche, um den Sohn nicht zu stören. Am Morgen war seine Laune mies, doch ich tat so, als sähe ich nichts. Die Kinder wollten Brot, Hähnchen, und ich zeigte meinem Sohn den Kühlschrank:

Alles ist da, koch, du bist jetzt die Frau meines Vaters.

Zwei Tage vergingen, Jörg rief Anke an: Sie solle zurückkommen, weil er es nicht schaffe. Sie kam, aber nur mit schlechter Laune.

Muss ich wirklich von hier weglaufen? Könnt ihr nicht einmal ein Ei braten und Nudeln kochen? schrie sie laut, sodass mein Mann und ich jedes Wort hörten.

Sie stürmte in die Küche und schlug mit Töpfen um sich, doch der Kühlschrank war leer.

Wo sind die Lebensmittel?, fragte ich.

Die, die ihr gekauft habt?, wischte sie ab.

Ihr wollt mir Eier und Kartoffeln wegschnüren? fragte ich verwirrt.

Nein, hol die Hühner, sammel die Eier, geh zum Supermarkt und bring etwas in den Kühlschrank. Dann packte sie die Kinder in die Arme und sagte, ihre Füße würden nie wieder bei uns stehen. Jörg war wütend, beschwerte sich bei seinen Schwiegereltern.

Die ganze Zeit fragten die Kinder nicht, wofür sie lebten, dankten nicht für das Essen, kauften nichts, was sie mochten. All das erledigten wir, und das war unser Lohn?

Ich rieb mir die Schläfen warum wurde meine Freundlichkeit so bestraft? Ich tat alles aus Liebe, warum benahmen sie sich so? Wie seht ihr das?

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Die Heiratsanträge kommen zu uns, und ich habe angedeutet, dass sie doch ihre Tochter mit den Enkeln zurückholen könnten, aber sie haben entsetzt mit den Armen gefuchtelt.
Шокирующая правда в гостиной: никто не мог предположить, что всё замерло…