Im Moment kann ich leider nicht. Die Vorschriften sind strickt. Doch bald komme ich nach Hause!

12.März 2025

Heute war wieder einer dieser Tage, an denen das häusliche Drama fast über das Essen hinausgeht. Ich sitze an meinem Schreibtisch in der kleinen Mietwohnung in BerlinMitte und schreibe, weil ich das Chaos nicht länger in meinem Kopf herumwirbeln lassen kann.

Im Moment kann ich nicht. Ich habe eine strenge Diät. Aber ich komme bald nach Hause, sagte mein Vater am Telefon. Ich konnte das Lächeln in seiner Stimme kaum vernehmen.

Meine achtjährige Tochter Lotte schaufelte mit dem Löffel ihren Brei hinunter und rief: Mama sagt, Papa liegt im Krankenhaus, aber er ist zu Tante Hannelores, also bei der Schwiegermutter. Ich hörte, wie ihre kleinen Zähne auf dem Porzellan klirrten.

Oma Gisela, die an den Wochenenden zu uns fuhr, um zu helfen, stand in der Küche mit einer fast leeren Teetasse. Sie hatte das Ziel, das Haus zu putzen, während mein Schwiegersohn, angeblich wegen Blinddarmentzündung, im Städtischen Klinikum liegt.

Was hast du denn gesagt, Kind?, fragte sie sanft, während sie versuchte, die Ruhe zu wahren.

Was habe ich denn falsch gesagt?, protestierte Lotte. Papa wohnt doch bei Tante Hannelore. Mama hat mir die Fotos auf dem Handy gezeigt. Dort kochen und lachen sie zusammen.

In diesem Moment kam meine Tochter Anna, frisch aus der Dusche, ihr Haar noch nass, in einem Morgenmantel die Küche betreten.

Mama, warum bist du so bleich?, fragte sie, als sie mein Gesicht sah.

Anna, wir müssen reden, flüsterte ich und wies mit dem Kopf in Richtung Kinderzimmer.

Lotte, geh in dein Zimmer und schau dir einen Film an, befahl ich Anna, während ich Lotte mit einem Finger zückte.

Ich habe den Brei noch nicht aufgegessen!

Dann nachher. Geh, Sonnenschein.

Als Lotte das Zimmer verließ, wandte ich mich langsam wieder zu Anna.

Erklär mir, was hier vor sich geht.

Anna setzte sich mir gegenüber, den Blick gesenkt.

Wovon sprichst du?

Dass dein Vater nicht im Krankenhaus ist, sondern bei irgendeiner Tante Hannelore wohnt! Und du deckst ihn, indem du uns die Wahrheit verheimlichst.

Anna schwieg und zog an ihrem Morgenmantel.

Anna, ich bin deine Mutter. Seit 28Jahren kenne ich dich. Wenn du lügst, zuckt dein linkes Auge. Siehst du das?

Mama, du verstehst das nicht

Dann erkläre es mir! Warum deckst du einen betrügerischen Ehemann? Warum belügst du mich und unser Kind?

Anna begann zu weinen. Weil ich Angst habe, ihn zu verlieren!

Ich zog sie in meine Arme, streichelte ihr nasses Haar. Unsere Familie hat von Anfang an keine leichte Geschichte gehabt.

Wir lernten uns an der Universität Köln kennen ich im Jurastudium, sie im Sprachwissenschaftsstudium. Beide kamen aus einfachen Verhältnissen, lebten in einem Wohnheim und teilten die wenigen Ressourcen, die wir hatten.

Anna war immer das zurückhaltende Mädchen, nicht besonders auffallend, während ich als sportlicher Kapitän der Studentenbasketballmannschaft eher die Aufmerksamkeit auf mich zog. Die Freundinnen von Anna staunten: Anna, hast du etwa einen Hexer verzaubert? Wie hast du diesen gut aussehenden Juristen an dich gekriegt?

Ich schenkte ihr Blumen, fuhr sie ins Kino, stellte sie meinen Freunden vor. Sie wartete immer auf einen plötzlichen Wendepunkt, an dem ich einen Fehler einsehen und zu einer anderen Frau wechseln würde. Doch das hielt nicht ein. Ich liebte sie wirklich ihre Schüchternheit, ihre Güte, ihr offenes Ohr. An ihrer Seite fühlte ich mich geschützt vor einer Welt, die ständig nach Höchstleistungen verlangte.

Nach dem Studium heirateten wir, ich begann in einer Anwaltskanzlei zu arbeiten, Anna wurde Grundschullehrerin. Ein Jahr später kam Lotte zur Welt. Die ersten Jahre waren glücklich: Ich baute meine Karriere aus, Anna zog Lotte groß, wir sparten für eine Eigentumswohnung.

Doch nach und nach änderte sich etwas. Ich kam später von der Arbeit nach Hause, behauptete, es gäbe neue Mandanten, Projekte und Aufstiegschancen. Anna bemerkte nichts, freute sich über meine Erfolge.

Vor etwa sechs Monaten wurde es intensiver. Ich reiste häufiger geschäftlich, bekam eine Gehaltserhöhung und kaufte ein neues Auto. Zuhause war ich meist abwesend, und wenn ich da war, wirkte ich müde und gedankenverloren. Auf Annas Fragen antwortete ich nur: Ich bin erschöpft, die Arbeit stresst mich.

Anna, sollen wir vielleicht einen Kurzurlaub zu zweit an die Ostsee machen?, schlug ich irgendwann vor.

Ich kann gerade nicht. Momentan ist eine Hochsaison, ich muss durchhalten, war meine Antwort.

Die Ausflüge wurden zu Ausreden, die Wochen zu Monaten wurden. Ich schlief fast nie zu Hause, behauptete nächtliche Kundengespräche und Geschäftsreisen. Anna begann zu zweifeln, doch sie verdrängte die dunklen Gedanken.

Vor einem Monat, als ich Lotte einen Besuch im Arbeitszimmer machte, sah sie auf meinem Handy Nachrichten mit einer anderen Frau. Die Worte waren so klar, dass kein Zweifel blieb: Ich hatte eine Affäre.

Anna dachte zuerst an einen großen Aufruhr, an das Werfen meiner Sachen, an die Scheidung. Dann dachte sie an Lotte an das Kind, das ohne Arbeit dastehen würde, weil ich die Schule verlassen hatte, um mich ganz auf die Familie zu konzentrieren. So beschloss sie, zu schweigen.

Andreas, wer ist diese Svetlana? fragte sie so ruhig wie möglich, als sie den Namen im Telefon sah.

Ach, das ist ein neuer Geschäftspartner, hilft mir mit Dokumenten, erwiderte ich.

Anna glaubte mir oder tat zumindest so.

Als ich vor zwei Wochen behauptete, wegen einer Blinddarmentzündung im Krankenhaus zu liegen, war Anna nicht überrascht. Sie wusste bereits, dass ich mit Svetlana zusammen in einer Wohnung lebte, aber spielte weiterhin die verständige Ehefrau.

Ich fragte meine Mutter Gisela: Erzähl mir alles von Anfang an. Und sie hörte zu, nickte selten, nur ein leises Kopfschütteln.

Am Ende ihrer Fragen fragte sie: Wie lange willst du das noch ertragen?

Keine Ahnung. Vielleicht wird er merken, was er tut. Vielleicht ist es nur eine Midlife-Crisis.

Andreas, er ist erst 29! Was heißt das?

Anna, ich liebe ihn! Und Lotte soll nicht ohne Vater aufwachsen.

Aber ein betrügerischer Vater?

Sie versteht noch nicht alles. Anna seufzte: Kinder sind nicht dumm. Lotte weiß, dass Papa bei einer anderen Frau lebt, und Mama lügt, er sei im Krankenhaus.

Lotte weinte. Was soll ich tun? Ich will nicht mehr warten, wir können zu Oma gehen. Ich versprach ihr, dass es nicht mehr so weitergehen würde.

Am Abend schrieb ich Andreas eine Nachricht: Wir müssen reden, Lotte kennt die Wahrheit. Er antwortete eine Stunde später: Wie weißt du das? Was hast du ihr gesagt? Kinder sehen nicht. Komm morgen, wir reden.

Er kam am nächsten Tag, sah schuldbewusst aus. Lotte sah ihn, lächelte kurz, doch die Anspannung war spürbar.

Papa, bist du wieder gesund? fragte sie.

Ja, mein Sonnenschein.

Warum hat Mama gesagt, du bist im Krankenhaus?

Er geriet ins Straucheln. Ich bat Lotte, zurück ins Zimmer zu gehen, während ich mit ihm sprach.

Also, Andreas, willst du die Familie retten oder nicht?

Er schwieg. Ich sagte deutlich: Entweder wir regeln das mit Lotte Unterhalt, Besuche, Geburtstage oder wir gehen getrennte Wege.

Er blickte auf mich, sah, dass ich in den letzten Wochen härter und entschlossener geworden war.

Ich will nicht scheiden, sagte er endlich.

Dann hör auf zu lügen. Keine weiteren Ausflüge zu Svetlana, keine Geheimnisse vor Lotte.

Gib mir eine Woche.

Ich setzte ihm eine Frist: Eine Woche, dann ist Schluss.

Eine Woche später rief er an und bat um ein Treffen. Wir saßen in einem Café, Lotte war nicht dabei.

Ich will es versuchen, die Familie neu aufzubauen, sagte er.

Und Svetlana? fragte ich.

Damit ist Schluss.

Ich gab ihm eine letzte Chance. Einmal. Wenn du wieder betrügst, endet alles für immer.

Wir beschlossen, gemeinsam zu einer Paartherapie zu gehen, offene Kommunikation mit Lotte zu pflegen und keine Geheimnisse mehr zu haben. Ich sagte ihm, er solle morgen nach Hause kommen; Lotte würde sich freuen.

Am Abend erzählte ich Lotte von unserem Gespräch.

Glaubst du ihm?, fragte sie ernst.

Ich will es glauben.

Sie nickte: Ich auch. Aber wenn er wieder lügt, gehen wir zu Oma.

Ich versprach ihr, dass das nicht passieren würde.

Am nächsten Tag kam Andreas nach Hause, brachte Blumen und ein neues Stofftier für Lotte. Beim Abendessen saßen wir alle zusammen, Lotte erzählte vom Kindergarten, Andreas hörte zu.

Papa, wohnst du nicht mehr bei Svetlana? fragte sie.

Nein, ich wohne wieder hier.

Und du wirst nicht mehr lügen?, fuhr sie fort.

Ich verspreche es.

Lotte lächelte und sagte: Dann können wir jetzt endlich glücklich sein.

Der Tag endete mit einem Lächeln, das ich lange nicht mehr gespürt habe. Ich habe gelernt, dass Ehrlichkeit das einzige Fundament ist, das eine Familie trägt, und dass jedes Lügen ein leiser Nagel ist, der das Dach zum Einsturz bringt.

**Persönliche Lehre:** Man kann nicht erwarten, dass die Wahrheit nachlässt, wenn man sie selbst immer wieder aufschiebt am Ende bricht man nur das eigene Vertrauen.

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Im Moment kann ich leider nicht. Die Vorschriften sind strickt. Doch bald komme ich nach Hause!
Galya raves about your house—I’d love to see what you’ve spent all that money on,» Larisa Petrovna sneered with a haughty smirk.