Dienstreise: Effiziente Planung und Tipps für Geschäftsreisende in Deutschland

**DIENSTREISE**

Mitte Herbst. Von gutem Wetter konnte keine Rede sein. Der goldene Oktober ließ auf sich warten anscheinend hatte die Natur andere Pläne. Die Blätter verfärbten sich rasch und rollten sich ein, ein feiner Nieselregen fiel den ganzen Tag ohne Unterlass, und ein eisiger Wind trieb einen ins Warme. Draußen waren es nur noch sechs Grad. Verdammt kalt für Ende September…

Und so musste ich, vom Schicksal bestimmt, eine Dienstreise in eine kleine Stadt antreten. Untergebracht wurde ich in einem alten zweistöckigen Haus im Erdgeschoss. Früher hatte es hier Wohnungen für junge Fachkräfte und ihre Familien gegeben, doch jetzt gab es weder genug Fachkräfte noch Bedarf, also hatte man das Gebäude zu einem Hotel umgebaut.

Doch mir gefiel die Wohnung. Vor meinem Fenster stand ein alter, hoher Ahorn, und jedes Mal, wenn ich das Fenster zum Rauchen öffnete, bewunderte ich unwillkürlich den stattlichen Baum.

Die meiste Zeit war ich mit Arbeit beschäftigt, doch abends genoss ich die Stille und das Lesen meines Lieblingsbuchs. In meiner Heimatstadt, einer lauten Metropole, war genau das selten…

Eines Abends spürte ich plötzlich einen Blick durch das Fenster. Jemand beobachtete mich, studierte mich… Ich fühlte es bis in die Knochen. Ich versuchte herauszufinden, wer da draußen stand, doch durch das Glas in der Dunkelheit sah ich nichts. Trotzdem blieb das Gefühl, dass ich jemandem nicht egal war. Wer interessierte sich für mich? Tier oder Mensch? Eine Antwort hatte ich nicht.

Eines Tages, als ich müde und hungrig in mein Zimmer zurückkehrte, spürte ich wieder diesen Blick. Ich hatte mittags nichts gegessen, also bereitete ich mir ein einfaches Abendbrot aus Wurst, Dosengerichten und Brot. Instinktiv öffnete ich das Fenster…

Plötzlich sprang ein großer grauer Kater mit bernsteinfarbenen Augen auf die Fensterbank. Ein Prachtexemplar. Offenbar war er es gewesen, der mich von den hohen Ästen des Ahorns aus beobachtet hatte, versteckt im Laub.

»Na dann, komm herein«, lud ich ihn ein. »Du bist Gast. Hast du Hunger? Dann iss mit mir.«

Der Kater, der mich schon Tage lang beobachtet hatte, schien sich ein Urteil über mich gebildet zu haben. Würdevoll, aber vorsichtig, näherte er sich dem Tisch. Ich legte ihm Wurst, Fisch und ein kleines Stück Brot auf einen Teller. Ob Katzen Brot mochten, wusste ich nicht aber Wurst und Fisch? Ganz sicher.

Der Kater begann gemächlich zu fressen, und aus irgendeinem Grund wurde mein Herz leicht. Vielleicht lag es an der Einsamkeit.

So aßen wir gemeinsam zu Abend. Als noch ein Stück Wurst übrig war, sah er mich mit einem so eindringlichen Blick an, dass ich sagte: »Nimm es dir, wenn du willst.«

Sein Schwanz zuckte freudig, er packte die Wurst mit den Zähnen, sprang wie ein Akrobat auf die Fensterbank und verschwand in der Dunkelheit.

Ich war überrascht. Ich hätte so gern mehr Zeit mit diesem beeindruckenden Tier verbracht doch er war fort.

Am nächsten Abend wiederholte sich alles. Ich hatte extra mehr Wurst besorgt und gekochtes Huhn aus der Kantine mitgenommen für den Fall, dass der Kater kam.

Er ließ nicht lange auf sich warten. Diesmal wartete er nicht, bis ich das Fenster öffnete, sondern klopfte selbstbewusst mit der Pfote gegen die Scheibe.

Wir aßen gemeinsam, und heute schien er keine Eile zu haben. Wir begannen, uns zu unterhalten. Kein Wunder, dass mich dieses Tier faszinierte er war klug, würdevoll, ein echter Charakter.

Langsam erzählte ich ihm von mir, meinem Leben, meiner Arbeit… Er hörte aufmerksam zu, als könne er mit seinen goldenen Augen direkt in meine Seele blicken.

Nach etwa einer Stunde bat er um ein Stück Huhn, miaute leise und verschwand.

Jetzt fragte ich mich: Wem gehörte er? Wo lebte er?

Und ja ich hatte mich bereits an ihn gebunden und träumte davon, ihn mit nach Hause zu nehmen. Dann würde mich dort ein treuer Freund erwarten, mit dem ich über alles reden konnte… Eine weitere lebendige Seele unter meinem Dach.

Die Tage vergingen. Der Kater kam jeden Abend, wir aßen, plauderten… Seine ausdrucksstarken Augen antworteten auf meine Fragen oder zeigten Mitgefühl, wenn meine Geschichten zu emotional wurden.

Nur noch ein Tag bis zum Ende meiner Dienstreise. Wie sollte ich ihm erklären, dass ich abreisen und ihn mitnehmen wollte? Jeden Abend verschwand er wo sollte ich ihn suchen?

Heute verließ ich früher die Arbeit, alles war erledigt. Ich schlenderte durch die Stadt, ohne Eile. Ich wusste, der Kater würde erst abends kommen.

Ich betrachtete Schaufenster, kaufte ein paar Dinge für die Rückreise und besorgte eine große Tasche falls der Kater tatsächlich mitkäme.

Plötzlich durchschnitt ein markerschütterndes Katzengeheul die Luft. Ich horchte zwischen Fauchen und Knurren hörte ich Hundegeschrei. Irgendwo kämpften Tiere.

Ich rannte los und sah vor einem halbverfallenen Garagengebäude eine Szene, die ich nie vergessen würde:

Eine kleine grau-weiße Katze versuchte, zwei winzige Kätzchen mit ihrem Körper zu schützen, während ein großer Hund sie bedrohte. Drei weitere Hunde umkreisten die leichte Beute. Gebell, Geheul, Angstschreie…

Und dann mein Kater. Mein abendlicher Gast. Er sprang einem Hund direkt ins Gesicht, kratzte und biss, Blut spritzte. Die Katze schrie, die Kätzchen duckten sich, während der graue Kater wie ein Wirbelwind von einem Hund zum nächsten sprang, sie mit Krallen und Zähnen zurücktrieb.

Die Hunde zögerten…

Ich hatte die Tasche mit den Einkäufen und die große, neue Tasche bei mir. Mehr nicht.

Ich schwang die Tasche, um die Hunde zu verscheuchen aber meine Hilfe war kaum nötig. Mein grauer Held hatte es allein geschafft. Die Hunde flohen mit eingezogenen Schwänzen.

Ich strich der Mutterkatze beruhigend über den Rücken, hob die Kätzchen hoch und legte sie vorsichtig in die Tasche.

»Kommt mit, ihr kleinen Helden.«

Der graue Kater folgte uns, leicht hinkend.

Zurück im Hotel untersuchte ich die Katzenfamilie. Die Mutter und die Jungen waren unverletzt. Doch mein stolzer Kater humpelte, und an seinem Ohr klebte getrocknetes Blut.

Morgen würde ich zurückfahren und ihn sofort zum Tierarzt bringen.

Man sagt, Träume gehen in Erfüllung. Ich hatte nur einen Kater mitnehmen wollen jetzt fuhr ich mit einer ganzen Katzenfamilie heim.

Doch ich war glücklich. Ich hatte eine Familie wenn auch eine mit Fell und Pfoten.

Und ich hoffte sehr, dass auch ich eines Tages…

Fröhlich und mit leichtem Herzen kehrte ich in meine Stadt zurück mit dem wertvollsten Schatz, den ich mir hätte wünschen können.

Denn wer selbst glücklich ist, schenkt auch anderen Glück. So sehe ich das. Und ich hoffte sehr, dass auch ich eines Tages… jemandem genauso viel bedeuten würde wie dieser Kater mir.

Fröhlich und mit leichtem Herzen kehrte ich in meine Stadt zurück mit dem wertvollsten Schatz, den ich mir hätte wünschen können.

Denn wer selbst glücklich ist, schenkt auch anderen Glück. So sehe ich das.

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