Sie kann hier nicht leben, sie ist uns fremd!» – Meine Stieftochter erklärt laut ihrem Bruder, warum ich das Haus verlassen muss, in dem ich seit 15 Jahren wohne.

Sie kann hier nicht bleiben, sie ist doch keine Familie von uns! Ich höre, wie die Tochter meines Mannes ihrem Bruder laut erklärt, dass ich aus dem Haus geworfen werden soll, in dem ich die letzten 15 Jahre gelebt habe.

Warte mal, Marlene. Es ist nicht so einfach. Wohin soll Tante Therese denn jetzt gehen? sagt Jürgen, der Sohn meines Mannes, den ich immer für anständiger und mitfühlender hielt als seine Schwester. In den 15 Jahren, die ich mit meinem Mann zusammengelebt habe, habe ich schon einiges mitbekommen.

Vor Kurzem ist mein Mann gestorben. Seine Kinder aus erster Ehe kamen sofort angereist und machten sich daran, das Erbe zu regeln. Es ist nicht wenig: ein Haus, ein Garten, eine Garage und ein Auto.

Ich habe nie Anspruch auf etwas erhoben, aber ehrlich gesagt, hätte ich nicht gedacht, dass man mich so schnell rauswerfen würde.

Paul und ich haben uns in einem reiferen Alter kennengelernt, als wir beide schon gescheiterte Ehen hinter uns hatten und Kinder großgezogen hatten. Ich hatte zwei Töchter, er eine Tochter und einen Sohn.

Ich hatte gerade meinen 50. Geburtstag gefeiert und meine ältere Tochter verheiratet. Sie zog mit ihrem Mann zu uns, und die jüngere war auch noch unverheiratet. Ich wusste nicht, wie das alles klappen sollte, unsere Wohnung war ja nicht groß.

Dann traf ich Paul, der fünf Jahre älter war als ich und schon lange allein lebte. Seine Kinder waren erwachsen, verheiratet, und er hatte beide mit Wohnungen versorgt, weil er früher eine gut bezahlte Führungsposition hatte.

Kurz gesagt, Paul zögerte nicht lange und bat mich, zu ihm zu ziehen. Ich überlegte es mir gut und dachte: Warum nicht? Er war ein guter Mensch, ein liebevoller Partner, und er behandelte mich mit Respekt.

Also zog ich zu ihm in sein Haus auf dem Land. Wir bewirtschafteten alles zusammen er hatte einen Garten, Hühner, Kaninchen, und eine Zeit lang sogar eine Kuh und ein Schwein.

Die Kinder kamen oft zu Besuch, sowohl meine als auch seine, und wir haben sie immer herzlich aufgenommen. Niemals gingen sie mit leeren Händen nach Hause immer gab es Taschen voller selbstgemachter Sachen.

Paul und ich waren nicht verheiratet. Am Anfang sprachen wir noch darüber, aber irgendwann fanden wir, dass ein Stempel im Pass in unserem Alter nicht mehr so wichtig sei.

Es waren 15 wundervolle Jahre, und ich bereue nichts.

In dieser Zeit heiratete auch meine jüngere Tochter. Sie und ihre Schwester stritten sich fast darum, wem die Wohnung gehören sollte. Aber die Ältere, die schon dort wohnte, wollte sie weder teilen noch die Jüngere mit ihrem Mann einziehen lassen. Also zahlte sie ihr eine Abfindung, und damit schien die Sache erledigt.

Doch vor einem Jahr ließ sich meine jüngere Tochter scheiden und kam jetzt mit ihrem Kind zurück nach Hause. Die Ältere ist nicht begeistert, und es gibt wieder Streit.

Ich hatte gehofft, sie würde sich mit ihrem Mann versöhnen, aber bisher ist nichts passiert.

Und jetzt ist auch noch Paul weg, und ich muss zurück in meine Wohnung. Aber ich weiß, dass dort schon ohne mich kaum Platz ist.

Tante Therese, wenn Sie möchten, können Sie erstmal hier bleiben, bis wir einen Käufer finden, bot mir Jürgen am nächsten Morgen an.

Ich war froh über sein Angebot doch dann kam Marlene und präzisierte die Bedingungen: Ich solle weiterhin den Haushalt führen, aber jetzt ganz allein.

Heißt das, ich soll für sie umsonst arbeiten, nur damit ich keine Miete zahlen muss?

Die Idee gefällt mir nicht. Auf dem Land gibt es viel zu tun Garten, Tiere und ich bin nicht mehr jung, ich bin 65.

Jetzt stecke ich in einer Zwickmühle. Soll ich hier bleiben und mich für Pauls Kinder abrackern, die mich rauswerfen, sobald sie einen Käufer finden? Oder soll ich zurück in die Wohnung meiner Töchter, die mir zumindest auf dem Papier noch gehört? Aber ich weiß, dass ich auch dort im Weg bin.

Was soll ich tun? Vielleicht seht ihr es klarer als ich.

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