„Papa, die Kellnerin sieht genauso aus wie Mama!“ Die Worte trafen Markus Weber wie ein Schock. Er drehte sich abrupt um – und erstarrte. Seine Frau war tot.

Papa, die Kellnerin sieht genauso aus wie Mama! Die Worte trafen Karl Bauer wie ein Schlag. Er fuhr herum und erstarrte. Seine Frau war tot.

An einem regnerischen Samstagmorgen betrat Karl Bauer, ein Technik-Milliardär und liebevoller Alleinerziehender, ein kleines, ruhiges Café in einer beschaulichen Straße. Neben ihm ging seine Tochter Lina, deren kleine Hand sich fest in seine schmiegte.

Karl hatte in letzter Zeit kaum gelächelt nicht seitdem seine geliebte Frau Johanna vor zwei Jahren bei einem tragischen Autounfall ums Leben gekommen war. Das Leben ohne ihr Lachen, ihre Wärme und ihre Stimme war unerträglich still geworden.

Sie setzten sich in eine Eckbank am Fenster. Karl überflog die Speisekarte, erschöpft von einer weiteren schlaflosen Nacht, seine Gedanken weit weg. Gegenüber summte Lina leise vor sich hin und spielte mit dem Saum ihres rosa Kleides.

Plötzlich durchbrach ihre Stimme die Stille, leise aber bestimmt:

Papa die Kellnerin da sieht genauso aus wie Mama.

Die Worte drangen erst langsam zu ihm durch, dann trafen sie ihn wie ein Blitz.

Was hast du gesagt, Schatz?

Lina zeigte durch den Raum. Dort.

Karl drehte sich um und erstarrte.

Nur wenige Schritte entfernt lächelte eine Frau freundlich einen Gast an. Sie war wie aus dem Gesicht geschnitten Johanna.

Die gleichen sanften braunen Augen. Der gleiche anmutige Bewegung. Die gleichen Grübchen, die nur bei einem breiten Lächeln erschienen.

Aber das konnte nicht sein.

Er hatte Johannas Leichnam selbst gesehen, war auf der Beerdigung gewesen, hielt ihre Todessurkunde in Händen.

Doch hier war sie lebendig, atmend, lachend.

Sein Blick verweilte zu lange.

Schließlich bemerkte die Frau ihn. Ihr Lächeln erlosch für einen flüchtigen Moment, ihre Augen weiteten sich in Erkennen oder Angst dann verschwand sie rasch in der Küche.

Karls Herz raste.

Könnte sie es wirklich sein?

War dies ein grausamer Scherz des Schicksals? Eine gespenstische Fügung? Oder etwas viel Dunkleres?

Bleib hier, Lina, flüsterte er.

Er drängte sich an überraschenden Gästen vorbei und ging auf die Küchentür zu doch er wurde aufgehalten.

Entschuldigung, Sie können da nicht rein.

Karl hob die Hand. Ich muss mit der Kellnerin sprechen der mit dem schwarzen Pferdeschwanz, beigem Shirt. Bitte.

Der Angestellte zögerte, gab dann nach.

Die Minuten krochen dahin.

Endlich öffnete sich die Tür, und die Frau trat heraus. Aus der Nähe war die Ähnlichkeit verblüffend.

Kann ich Ihnen helfen? fragte sie vorsichtig.

Ihre Stimme war anders tiefer aber diese Augen waren unverkennbar.

Es tut mir leid, stammelte Karl. Sie sehen aus wie jemand, den ich einmal kannte.

Sie lächelte höflich. Das kommt vor.

Karl musterte sie. Kennen Sie Johanna Bauer?

Ihre Augen flackerten. Nein, tut mir leid.

Er zögerte, zog dann eine Visitenkarte hervor. Falls Ihnen doch etwas einfällt, rufen Sie mich bitte an.

Sie lehnte ab. Einen schönen Tag noch.

Und ging weg.

Doch Karl bemerkte es das leichteste Zittern ihrer Hand, die Art, wie sie sich auf die Lippe biss, genau wie Johanna, wenn sie nervös war.

In dieser Nacht fand er keinen Schlaf.

Er saß an Linas Bett, beobachtete ihr Atmen und durchlebte die Begegnung immer wieder.

War sie es wirklich? Wenn nicht, warum wirkte sie dann so erschrocken?

Er suchte online, fand aber nichts keine Fotos, keine Mitarbeiterlisten nur ein Name: Anna. So hatte sie ein Kollege genannt.

Anna.

Ein Name, der ihm absichtlich gewählt vorkam. Bedeutungsvoll.

Er rief einen Privatdetektiv an.

Ich brauche alles, was Sie über eine Frau namens Anna herausfinden können, Kellnerin in einem Café in der Friedrichstraße. Kein Nachname bekannt. Sie sieht aus wie meine Frau die eigentlich tot sein sollte.

Drei Tage später kam der Anruf.

Karl, ich glaube nicht, dass Ihre Frau bei diesem Unfall gestorben ist.

Eis überzog ihn.

Was meinen Sie?

Die Verkehrskamera zeigt eine andere Person am Steuer. Ihre Frau war Beifahrerin, aber ihre Leiche wurde nie offiziell identifiziert. Die Papiere passten, aber die Zahnbefunde nicht. Und Anna die Kellnerin? Ihr echter Name ist Johanna Hartmann. Sie hat ihn sechs Monate nach dem Unfall geändert.

Karls Welt drehte sich.

Seine Frau lebte.

Versteckte sich.

Atmete.

Die Last erdrückte ihn.

In dieser Nacht ging er auf und ab, mit nur einer Frage im Kopf: Warum?

Am nächsten Morgen kehrte er allein ins Café zurück.

Als sie ihn sah, weiteten sich ihre Augen erneut, aber sie lief nicht weg. Sie nickte einem Kollegen zu, band ihre Schürze ab und bat ihn, ihr nach draußen zu folgen.

Sie setzten sich unter einen knorrigen Baum hinter dem Café.

Wissen Sie, sagte sie leise, ich habe mich immer gefragt, wann Sie mich finden würden.

Karl suchte in ihrem Gesicht nach Antworten. Warum, Johanna? Warum den Tod vortäuschen?

Sie wandte den Blick ab, ihre Stimme zitterte. Ich habe ihn nicht vorgetäuscht. Ich sollte in diesem Auto sein. Aber ich habe mich in letzter Minute mit einer Kollegin vertauscht Lina hatte Fieber. Der Unfall passierte Stunden später. Die Papiere, die Kleidung es war meins.

Karl runzelte die Stirn. Also dachten alle, Sie wären tot.

Sie nickte. Ich erfuhr es aus den Nachrichten. Ich erstarrte. Für einen Moment dachte ich, es sei ein Geschenk eine Chance, zu entkommen.

Wovor? Seine Stimme brach. Vor mir?

Nein. Nicht vor dir, sagte sie entschlossen. Vor dem Druck die Medien, das Geld, das ständige Lächeln für die Kameras. Ich habe mich selbst verloren. Ich wusste nicht mehr, wer ich war außer deine Frau.

Karl schwieg, geschockt.

Sie fuhr fort, Tränen in den Augen: Die Beerdigung zu sehen, wie du geweint hast ich wollte schreien. Aber es fühlte sich zu spät an. Zu kompliziert. Und als ich Lina sah, wusste ich, dass ich sie nicht verdiente. Ich hatte sie im Stich gelassen.

Er saß da, seine Gefühle wirbelten.

Ich habe dich geliebt, flüsterte er. Und das tue ich immer noch. Und Lina sie erinnert sich an dich. Sie sagte, du siehst aus wie Mama. Was soll ich ihr sagen?

Sie wischte sich die Tränen weg. Sag ihr die Wahrheit. Dass Mama einen schrecklichen Fehler gemacht hat.

Karl schüttelte den Kopf. Nein. Komm nach Hause. Sag es ihr selbst. Sie braucht dich. Und ich ich auch.

An diesem Abend brachte Karl Johanna nach Hause.

Als Lina sie sah, stockte ihr der Atem, dann rannte sie in die Arme ihrer Mutter.

Mama? flüsterte sie und klammerte sich fest.

Johanna weinte. Ja, mein Schatz. Ich bin da.

Karl beobachtete sie, sein Herz zerbrach und heilte zugleich.

In den folgenden Wochen wurde die Wahrheit langsam bekannt.

Karl nutzte seinen Einfluss, um die rechtlichen Komplikationen um Johannas Identität zu klären. Keine Schlagzeilen, keine Medien nur Familienessen, Gutenachtgeschichten und eine zweite Chance.

Johanna fand langsam zurück nicht als die Frau, die sie einst gespielt hatte, sondern als die, die sie nun sein wollte.

Es war nicht perfekt, aber es war echt.

Eines Abends, nachdem sie Lina ins Bett gebracht hatten, fragte Karl: Warum jetzt? Warum bleibst du diesmal?

Sie sah auf, gefasst. Weil ich diesmal weiß, wer ich bin.

Er hob eine Augenbraue.

Ich bin nicht nur Johanna Hartmann, die Kellnerin, oder Frau Bauer, die Millionärsgattin. Ich bin eine Mutter. Eine Frau, die sich selbst verloren hatte und den Mut fand, nach Hause zu kommen.

Karl lächelte, küsste ihre Stirn und hielt ihre Hand fest.

Und diesmal ließ sie nicht los.

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