Der Junge aus dem Jenseits rettet seine Mutter

**Tagebucheintrag Eine Begegnung mit dem Jenseits**

Heute muss ich diese unglaubliche Geschichte zu Papier bringen, die mich seit Jahren nicht loslässt. Es war in den frühen 1980ern, gerade als ich mein Medizinstudium abgeschlossen hatte und meine erste Stelle in einer kleinen Klinik in einem Dorf in Bayern antrat. Die Klinik war neu errichtet, und das Team empfing mich herzlich. Ich fühlte mich sofort wohl.

An einem Freitagmorgen kam ich früher, um Akten zu sortieren. Die Schwester, Karin, war noch nicht da. Plötzlich klingelte das Telefon obwohl es eigentlich noch nicht angeschlossen war. Ein junger Junge mit klarer Stimme sagte: *»Herr Doktor Müller! Meiner Mutter geht es schlecht! Schnell kommen Sie, Kirchstraße 11!»* Ich fragte nach Symptomen, doch er flüsterte nur: *»Sie stirbt.»* Dann wurde die Leitung tot.

Ich eilte dorthin. Die Tür stand offen. Im Haus lag eine blasse Frau bewusstlos auf dem Bett, eine leere Pillenschachtel daneben. Ihr Puls war schwach, aber da. Ich rief den Notdienst und leistete Erste Hilfe. Als die Sanitäter kamen, log ich ich sagte, sie habe versehentlich zu viele Medikamente genommen, um sie vor dem Psychiatrie-Stigma zu bewahren.

Draußen fragte eine alte Nachbarin: *»Ist sie tot?»* Ich schüttelte den Kopf. Sie seufzte: *»Das ist bestimmt ihr kleiner Felix. Der ist vor einem Monat ertrunken.»* Verwirrt erwiderte ich: *»Aber sie hat doch noch zwei Kinder!»* Die Alte sah mich an: *»Nein, nur Felix.»*

Zurück in der Klinik erzählte ich Karin alles. Sie kannte die Familie. *»Lydia war eine liebevolle Mutter. Nach Jahren bekamen sie endlich Felix und dann das»* Plötzlich zeigte sie auf das Telefon: *»Das ist doch gar nicht angeschlossen!»* Ich erstarrte. Ein toter Junge hatte mich angerufen?

Später besuchte ich Lydia im Krankenhaus. Ihr Mann dankte mir, doch sie starrte teilnahmslos aus dem Fenster. Als ich vom Anruf erzählte, weinte sie: *»Felix hat mich gerettet.»* Ich drückte ihre Hand: *»Er will, dass Sie leben. Er sprach von einer Schwester, die noch kommt!»* Sie schüttelte den Kopf: *»Ärzte sagten, ich kann nie mehr Kinder bekommen.»*

Fünf Jahre später klopfte jemand an meine Tür. Lydia stand da strahlend, mit einem kleinen Mädchen namens Lisa an der Hand und hochschwanger. *»Danke, dass Sie mich gerettet haben. In diesem Waisenhaus wartete Lisa auf uns. Und dann… passierte ein Wunder.»* Sie strich über ihren Bauch.

Noch heute frage ich mich: Warum rief ausgerechnet mich Felix? Vielleicht, weil manche Dinge einfach größer sind als wir.

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Der Junge aus dem Jenseits rettet seine Mutter
Didn’t See That Twist Coming!