Heimkehr

Die Heimkehr

Durch eine schmale Treppe stieg Gorin in den Hof hinauf. Im Keller eines Wohnhauses befand sich die Werkstatt, in der er seit zwei Monaten Bürotechnik reparierte. Der Himmel war von grauem Dunst verhangen, aber es regnete nicht. Für Oktober war das Wetter ungewöhnlich mild. Obwohl es erst fünf Uhr abends war, begann es bereits zu dämmern.

Ein Auto besaß er nicht, Busse nutzte er nur bei schlechtem Wetter. Gorin zuckte mit den Schultern und verließ den Hof. Früher hatte er als IT-Spezialist gearbeitet und gut verdient, eine Familie gehabt. Doch nach einer Reihe absurder und tragischer Ereignisse verlor er beides und begann zu trinken, bis auch der Job weg war Ein ehemaliger Kommilitone nahm ihn schließlich in seine Werkstatt, wo er nun Computer reparierte.

Gorin trank, kam zu spät, blieb sogar ganz fern. Heute hatte Simon gesagt, Gorin sei zwar ein begnadeter Handwerker, der selbst betrunken bessere Arbeit leiste als jeder Nüchterne aber auch seine Geduld sei nicht unendlich. Falls Gorin so weitermache, müsse er ihn entlassen. Gorin wusste selbst, dass er abstürzte, ins Bodenlose fiel. Und er bekam Angst. Wenn Simon ihn rauswarf wohin sollte er dann gehen?

Es wurde schnell dunkel, die Straßenlaternen flammten auf. Sein Körper verlangte verzweifelt nach Alkohol, das Verlangen ließ seine Kiefermuskeln verkrampfen. Doch als er an Cafés, Läden und Kneipen vorbeiging, vermied er es, zu den verlockend erleuchteten Fenstern zu blicken. Er zog den Kopf zwischen die Schultern und eilte weiter. Er würde durchhalten, er konnte das, er hatte Simon versprochen, nicht mehr zu trinken.

Gorin hielt sich nicht für einen Alkoholiker, aber ohne einen Schluck hielt er höchstens zwei Tage durch. Besonders nachts war es schlimm. Ohne Alkohol fand er keinen Schlaf.

Da war die kleine Kneipe, in die er oft auf dem Heimweg verschwand. Besser, er hätte hier zweihundert Gramm getrunken, als eine ganze Flasche im Laden zu kaufen und zu Hause zu vernichten. Doch er wusste: Es würden niemals nur ein paar Gramm bleiben. Irgendein Bekannter würde auftauchen, und er würde erst aufhören, wenn er stockbetrunken war. Am nächsten Morgen würde er mit brummendem Schädel, wildem Kater und Schuldgefühlen aufwachen. Nach einem kurzen Zögern ging Gorin entschlossen weiter.

Sieh an, er hatte es geschafft also konnte er es. Gorin fühlte sich fast wie ein Held. Bis zur nächschen Kneipe.

Schon war sein Haus in Sicht. Nur noch ein Laden lag auf dem Weg. Gorin blieb vor einem großen, hell erleuchteten Fenster stehen. Im Inneren reihten sich Flaschen in Regalen. Sie lockten ihn wie ein Leuchtturm ein im Nebel verirrtes Schiff.

Seine Beine führten ihn wie von selbst zur Ladentür. Doch auf halbem Weg änderte Gorin die Richtung, steckte die Hände in die Jackentaschen. Er biss die Zähne zusammen und hastete am Laden vorbei.

«Du könntest immer noch umkehren», flüsterte eine verzweifelte Stimme in seinem Kopf. Gorin begann zu laufen, atmete schwer. Erst als die Haustür hinter ihm zufiel, blieb er stehen und holte Luft.

Gorin kehrte selten nüchtern in seine Wohnung zurück. Als er nun seine Junggesellenhöhle betrat, erschrak er über das Chaos, das ihn empfing.

Im Kühlschrank war wenig: eine Dose Fisch, ein Viertel trockenes Brot und ein hartes Stück Käse. Er hätte einkaufen gehen sollen, Nudeln und ein paar Eier holen aber dann hätte er auch eine Flasche gekauft. Nun gut, er würde nicht verhungern.

Um nicht ans Trinken zu denken und die Zeit bis zum Ladenschluss zu überbrücken, fing er an aufzuräumen. Er sammelte Kleidung und warf sie in die Waschmaschine, spülte Geschirr, wischte den klebrigen, krümeligen Tisch ab und machte sich dann an den Boden. Es wurde besser, aber der Duft des Waschmittels konnte den beißenden Geruch von Alkohol und Zigaretten nicht vertreiben.

Gorin warf einen Blick auf die Uhr. Bis zum Ladenschluss könnte er noch zehnmal zum Laden rennen, müsste nicht mal Jacke anziehen. Doch dann tauchte vor seinem inneren Auge Simons mürrisches Gesicht auf, sein warnender Blick. Gorin trat ans Fenster.

Das Haus gegenüber leuchtete mit gelben Fensterquadraten. Gorin stellte sich vor, wie irgendeine Familie am Küchentisch saß Dort ein Ehepaar auf dem Sofa, das eine Serie schaut, im Nebenraum ihr Sohn, der so tut, als lerne er, während er heimlich Musik hört So hatte Gorin es als Teenager auch gemacht

Plötzlich packte ihn eine solche Traurigkeit, dass er kaum ein Stöhnen unterdrücken konnte.

Die Waschmaschine piepte. Gorin ging ins Bad, um die Wäsche aufzuhängen. Er trank sogar eine Tasse Tee mit den Resten des ausgetrockneten Käses, aber die Uhr zeigte immer noch zehn Minuten bis Ladenschluss. Er könnte es schaffen Doch Gorin griff zum Telefon und wählte die Nummer seiner Frau.

«Gorin, ich habe dir gesagt, du sollst abends nicht anrufen.»

«Ich freue mich auch, deine Stimme zu hören. Gib mir mal Vroni.», antwortete er.

«Bist du betrunken? Vroni schläft längst.»

«Nein, ich bin nüchtern.»

Ein Seufzer von Lina drang zu ihm durch.

«Schlaf dich erstmal aus. Gorin, ruf nicht mehr an. Und lass Vrani in Ruhe. Sie fängt gerade an, sich an Wolfgang zu gewöhnen»

Er wollte sagen, dass Wolfgang nicht ihr Vater sei, dass sie seine Tochter sei, dass er sie vermisste doch da ertönte schon das Freizeichen.

Seltsam, dass Lina seine Nummer nicht längst gesperrt hatte. Das gab ihm die fragile Hoffnung, dass nicht alles verloren war. Schließlich hieß ein weibliches «Nein» oft «Vielleicht».

Gorin bezog das Bett mit frischer Wäsche und legte sich hin, wissend, dass er kein Auge zutun würde. Er wollte sich unbedingt betrinken, vergessen doch es gab nichts

***

Lina hatte er noch an der Uni kennengelernt. Sie war ein Jahr unter ihm. Einmal in der Mensa bat sie ihn, sie vorzulassen. Er widersprach nicht. Lina hielt ihm einen Platz frei und betrachtete ihn mit Interesse. Damals war er der Star seines Jahrgangs gewesen, ein Musterschüler, den die Professoren als Beispiel vorführten.

Sie fingen an, sich zu treffen. Gorin half Lina bei Hausarbeiten, schrieb sogar ihre Abschlussarbeit.

«Warum hast du dich für diesen Studiengang entschieden? Etwas für Mädchen wäre besser. Wie willst du damit arbeiten?», fragte er sie oft.

«Du wirst arbeiten, und ich bleibe beim Kind», lachte Lina.
So erfuhr er, dass sie schwanger war. Sie kochte gut, war eine tüchtige Frau. Gorin hatte nichts gegen die Heirat. Zur rechten Zeit wurde ihre Tochter Vroni geboren.

Als diese in den Kindergarten kam, fing Lina als Assistentin in einer Baufirma an, wo ihre Computerkenntnisse nützlich waren. Sie begann, sich gut zu kleiden, Schminke zu tragen. Manchmal sah Gorin vom Fenster aus, wie jemand sie mit dem Auto nach Hause brachte.

«Ich will ein Auto kaufen», erklärte Lina eines Tages.

Gorin träumte auch davon, konnte es sich aber nicht leisten. Für die Wohnung hatte er Schulden aufgenommen, da blieb kein Geld für ein Auto.

Während er noch abzahlte, starb seine Mutter. Ihre Wohnung vermieteten sie, doch Lina nahm einen Kredit für das Auto auf. Gorin hielt es nicht aus und machte eine Szene.

«Gorin, ich bin müde. Diese Not geht mir auf die Nerven Ich kann nicht mehr so leben», schrie Lina.

«Hast du jemand anderen?», fragte Gorin direkt.

«Ja, verzeih mir, aber ich muss an unsere Tochter denken»

Ach ja? Und er dachte nicht? Er knallte die Tür und ging. Zum Glück gab es einen Ort. Mutters Wohnung stand gerade leer. Gut, dass er sich nicht von Linas Bitten hatte erweichen lassen, sie zu verkaufen. Gorin war das Alleinsein nicht gewohnt, abends, wenn die Einsamkeit kam, fing er an zu trinken, um den Schmerz zu betäuben.

Er quälte sich mit der Vorstellung, wie ein anderer Mann an seinem Platz saß, aus seiner Tasse trank, in seinem Bett mit Lina schlief Vielleicht hatte sie ihn nie geliebt? Nur seine Kenntnisse ausgenutzt? Also trank er, um nicht zu denken. Langsam rutschte er ab, verlor den Job

***

Gorin schlief schließlich ein. Er träumte, wie er im Nebel nach jemandem suchte, rufen wollte, aber nicht konnte nur dichter Dunst umgab ihn. Plötzlich rief eine Stimme: «Gregor!» Doch Lina nannte ihn nur beim Nachnamen. Er wachte auf, sein Herz hämmerte wild.

Er wusste zunächst nicht, wo er war. Bis zum Morgen schlief er nicht mehr ein, saß in der Küche und rauchte. Das war einer der wenigen Vorteile des Junggesellendaseins. Lina hätte ihn längst auf den Flur zum Rauchen geschickt.

Simon wunderte sich über sein frühes Erscheinen und schnüffelte misstrauisch.

«Ich habe nichts getrunken», sagte Gorin. «Kann ich mittags weg?»

«Schon wieder Lust auf einen Schluck?», fragte Simon finster.

«Ich will meine Tochter sehen. Bevor sie mich ganz vergisst.»

«Gut, aber du machst die Zeit nach», sagte Simon.

Gorin versprach es.

Er setzte sich auf eine Bank im Park vor der Schule. Von hier sah man den Ausgang gut, er würde Vroni nicht verpassen. An das Tor traute er sich nicht er wollte Wolfgang nicht treffen. Der sah ihn immer verächtlich an, als wäre er eine Fliege.

Heute stand kein Auto von ihm oder Lina da. Vroni war noch nicht zu sehen. Vielleicht war sie krank? Doch dann entdeckte er ihre rosa Jacke. Er sprang auf und eilte ihr entgegen. Doch ein schwarzer SUV hielt vor ihm, verdeckte die Sicht. Plötzlich wurde Gorin unruhig. Was tat er hier?

Er rannte um das Auto herum, sah die offene Tür. Für einen Moment blitzte ein Stück rosa Stoff auf. Ein Typ mit tief ins Gesicht gezogener Kapuze wollte die Tür zuschlagen Gorin streckte die Hand aus, die Tür klemmte sie ein, zermalmte beinahe seine Finger.

Schmerz durchfuhr ihn, ein dumpfer Druck im Nacken, alles wurde schwarz.

«Papa!» Vroni stieß von innen gegen die Tür und fiel auf ihn. Der Wagen raste davon, streifte ihn am Bein.

Gorin saß auf dem nassen Asphalt, seine Hand pulsierte, war unglaublich schwer, als wäre sie in Beton gegossen.

«Mitten am Tag»
«Man sollte die Polizei rufen»
«Sie säufen sich die Augen blind, sehen nichts»
«Irgendein Mann wollte das Mädchen ins Auto ziehen, und er hat sie gerettet»
«Papa», schluchzte Vroni in sein Ohr.

Die Stimmen klangen gedämpft, als lägen Watte dazwischen.

Jemand rief den Krankenwagen, sie und Vroni wurden ins Krankenhaus gebracht. Wahrscheinlich hatte Vroni ihre Mutter angerufen, denn als er aus dem OP kam, stürzten Lina und Vroni auf ihn.

«Papa!» Vroni umarmte ihn.

«Etwas gebrochen?», fragte Lina.

«Röntgen war sauber», berichtete Gorin.

«Danke dir. Wenn du nicht gewesen wärst», Vroni drückte ihre Stirn an seine Schulter.

«Ich hab Mama alles erzählt», sagte Vroni.

«Wolfgang sollte Vroni abholen, aber er kam nicht. Wenn ich gewusst hätte», schluchzte Lina.

«Es ist ja nichts passiert.» Gorin legte den gesunden Arm um sie, doch Lina wich zurück.

«Komm, wir bringen dich nach Hause», sagte sie.

Sie saßen mit Vroni auf der Rückseite.

«Tut es sehr weh?», fragte Vroni und betrachtete seine blau verfärbten Finger unter dem Verband.

«Kaum noch.»

«Wie willst du so arbeiten?», fragte Lina vom Vordersitz. Gorin sah im Rückspiegel ihren besorgten Blick. Er hätte sich die Hand abnehmen lassen, nur damit sie ihn so ansah nicht kalt wie früher.

Vor seinem Haus sagte er, er könne Vroni jetzt von der Schule abholen.

«Wir schaffen das schon», sagte Lina, und sie fuhren davon.

Doch abends rief sie an, fragte nach seiner Hand.

«Du kannst nicht kochen. Ich bringe dir morgen Suppe und etwas zu essen vorbei.»
Nein, so ein Mitleid brauchte Gorin nicht.
«Das ist nicht nötig, ich kann mich selbst versorgen.»

«Ich habe nachgedacht Falls es dir nichts ausmacht, hol Vroni morgen um zwölf in der Schule ab.»
«Und was ist mit Wolfgang?», wollte Gorin fragen, schwieg aber.

Am nächsten Morgen ging er selbst in die Werkstatt, rief nicht an. Simon sah seine geschwollenen, blauen Finger und schickte ihn nach Hause.

Gorin wartete unverzüglich an den Schultoren.

«Gestern haben Mama und Onkel Wolfgang sich gestritten», erzählte Vroni auf dem Heimweg. «Papa, kommst du wieder zu uns?»

«Und Onkel Wolfgang?»

«Mama hat ihn rausgeschmissen. Gestern war er nicht in der Besprechung, sondern bei seiner Freundin. Ich hab es gehört. Mama ist nicht da, komm mit.» Vroni zog ihn am Eingang mit sich.

Zum ersten Mal seit der Trennung betrat Gorin seine Wohnung. Nichts hatte sich verändert, nur Kleinigkeiten. Der Wasserkocher war neu.

«Der alte ist kaputt, Mama hat einen neuen gekauft. Gut, dass Onkel Wolfgang weg ist, ich mochte ihn nicht», sagte Vroni.

Es war seltsam, auf seinem Platz am Tisch zu sitzen und sich wie ein Gast zu fühlen.

Er half Vroni bei den Hausaufgaben. Erst als die Haustür zuschlug, merkte Gorin, wie spät es war.

Lina schien nicht überrascht, ihn zu sehen.

«Wir essen gleich», sagte sie und ging in die Küche.

Sie aßen zusammen, fast wie früher. Gorin kam sich vor, als käme er aus einer langen Reise zurück, aus einer anderen Welt.

«Hast du alle Hausaufgaben gemacht?», fragte Lina.

«Ja. Papa hat mir geholfen.»

«Ich muss gehen.» Gorin stand auf. «Es war sehr lecker.»

Lina stand auch. Sie standen nebeneinander, ohne sich anzusehen.

«Es ist schon spät, wohin willst du? Ich mache dir das Sofa fertig.»

Gorin lag lange wach, bewegte sich kaum, um Lina nicht zu wecken. Doch sie schien auch nicht zu schlafen, so still lag sie da.

Am Morgen wachte er auf, als Lina und Vroni sich fertigmachten.

«Warum stehst du auf? Du musst doch nicht arbeiten», sagte Lina. «Vroni hat heute fünf Stunden. Geh um eins zur Schule.»

Gorin schlenderte durch die Wohnung, frühstückte mit den belegten Broten, die Lina auf dem Tisch zurückgelassen hatte. Unter Schmerzen spülte er ab.

Gestern hatte er Wolfgangs Zahnbürste im Bad gesehen. Heute standen nur noch zwei im Becher: Vronis kleine rosa und Linas grüne. Die dritte hatte sie wohl weggeworfen wie auch seine, als er damals ging.

Wie sehr er bleiben wollte. Und wenn Lina ihn nun hinauswarf? Sollte er selbst gehen? Und wenn sie nichts sagte? Wieder dieses «Wenn». Wenn es so käme, würde er sich auf den Kopf stellen, nicht trinken, einen neuen Job finden. Er war schließlich ein guter Fachmann.

In seiner Jeans fand Gorin fünf Euro. Er ging zur Blumenhandlung um die Ecke und kaufte einen Strauß blassrosa Blumen.

Lina bemerkte sie, sagte aber nichts. Sie sprach überhaupt nicht. Dass sie ihn nicht hinauswarf, war schon gut. Er schlief weiterhin auf dem Sofa. Doch beim Abendessen begann Lina plötzlich von der Arbeit zu erzählen. Wie früher.

«Eifersüchtelt die Sekretärin immer noch auf dich?», fragte Gorin mutig.

«Nein, sie ist weg. Mit der Neuen verstehe ich mich gut.»

Wie schön es war, gemeinsam am Tisch zu sitzen. Gorin dachte plötzlich, dass er seit er bei Lina war, nicht ein Mal an Alkohol gedacht hatte. Kein Verlangen danach.

Vielleicht würde doch alles gut? Er trank nicht mehr, Lina schickte ihn nicht fort. Er würde sich auf den Kopf stellen, um ihr Vertrauen zurückzugewinnen. Die Tage wurden zu Wochen. Gorin half nach der Schule mit den Hausaufgaben, reparierte den kaputten Toaster, hörte Vroni beim Üben auf dem Klavier zu, ohne sich zu beschweren. Er ging jeden Morgen pünktlich zur Werkstatt, arbeitete stumm, konzentriert, mit verbundener Hand, bis Simon ihm endlich wieder volle Schichten gab. Lina erwähnte das Trinken nicht, doch manchmal, wenn er dachte, sie merke es nicht, sah er, wie sie ihn beobachtete vorsichtig, prüfend, als lausche sie auf einen Fehler. Aber er machte keinen. Im Supermarkt kaufte er Milch, Obst, ein Glas Marmelade nichts, was brannte. Abends saß er am Tisch, aß mit ihnen, lachte sogar manchmal, leise, ungewohnt. Und eines Nachts, als Vroni schon schlief und Lina das Licht in der Küche ausmachte, blieb sie im Türrahmen stehen, sah ihn an und sagte leise: Du könntest bleiben. Er nickte, wagte nicht zu sprechen. Draußen fiel Regen sanft gegen die Scheiben. Zum ersten Mal seit langer Zeit war das Schweigen nicht kalt, sondern still wie ein Raum, in dem man endlich wieder atmen kann.

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