Anna hielt ihr Auto eine Straße vor dem Haus ihrer Schwiegermutter an. Der Zeiger stand auf 17:45 Uhr – sie war früher da als vereinbart. „Vielleicht schätzt sie diesmal meine Pünktlichkeit.“

Lena hielt das Auto eine Straße vor dem Haus ihrer Schwiegermutter an. Die Uhr zeigte 17:45 sie war früher da als vereinbart. *Vielleicht schätzt sie diesmal meine Pünktlichkeit*, dachte sie, während sie die Falten ihres neuen Kleides glattstrich. Das Geschenk eine antike Brosche, die sie monatelang bei Sammlern gesucht hatte lag ordentlich verpackt auf dem Rücksitz.

Als sie sich dem Haus näherte, bemerkte Lena, dass das Erdgeschossfenster leicht geöffnet war. Von innen drang die Stimme ihrer Schwiegermutter deutlich heraus:

Nein, Gisela, kannst du es glauben? Sie hat nicht einmal gefragt, welchen Kuchen ich mag! Stattdessen bestellt sie irgendein modernes Dessert Unser Sohn hat immer den klassischen Schwarzwälder Kirschtorte geliebt, und sie Eine Pause. versteht es einfach nicht. Sieben Jahre verheiratet!

Lena erstarrte. Ihre Füße schienen am Boden festzukleben.

Natürlich habe ich es dir schon erzählt sie passt einfach nicht zu Markus. Arbeitet Tag und Nacht in dieser Klinik und ist kaum zu Hause. Was ist das für eine Hausfrau? Gestern war ich kurz bei ihnen schmutziges Geschirr, Staub auf den Möbeln Und sie? Natürlich wieder mit irgendeiner komplizierten Operation beschäftigt!

In ihr erstarb alles. Lena lehnte sich an den Zaun, spürte, wie ihre Knie zitterten. Sieben Jahre lang hatte sie versucht, die perfekte Schwiegertochter zu sein: gekocht, geputzt, an alle Geburtstage gedacht, die Schwiegermutter besucht, wenn sie krank war. Und alles umsonst

Nein, ich sage nichts, aber ist so eine Frau wirklich die Richtige für meinen Sohn? Er braucht eine echte Familie, Wärme, Fürsorge Und sie? Ständig auf Konferenzen oder Nachtschicht. Denkt nicht einmal an Kinder! Kannst du dir das vorstellen?

In ihrem Kopf dröhnte es. Mechanisch griff sie zum Handy und wählte die Nummer ihres Mannes.

Markus? Ich komme etwas später. Ja, alles in Ordnung, nur Stau.

Sie drehte sich um und ging zurück zum Auto. Sie setzte sich, starrte reglos auf einen Punkt. Die Worte, die sie eben gehört hatte, hallten in ihr nach: *Vielleicht mehr Salz?*, *Zu meiner Zeit blieben Frauen zu Hause*, *Markus arbeitet so hart, er braucht besondere Aufmerksamkeit*

Das Telefon vibrierte eine Nachricht von Markus: *Mama fragt, wo du bleibst. Alle sind schon da.*

Lena holte tief Luft. Ein seltsames Lächeln erschien auf ihrem Gesicht. *Gut*, dachte sie, *wenn sie die perfekte Schwiegertochter wollen, sollen sie sie bekommen*.

Sie startete den Motor und fuhr zurück zum Haus der Schwiegermutter. Der Plan war in einem Augenblick geboren.

Schluss mit dem Versuch, es allen recht zu machen. Es war Zeit zu zeigen, was eine echte Schwiegertochter konnte.

Lena betrat das Haus mit dem strahlendsten Lächeln, das sie aufbringen konnte. Mutti, Liebste!, rief sie und umarmte die Schwiegermutter mit übertriebener Herzlichkeit. Entschuldige die Verspätung, aber ich war in drei Läden, um genau die Kerzen zu finden, die du so liebst!

Die Schwiegermutter erstarrte, überrascht von der plötzlichen Energie. Ich dachte, begann sie, aber Lena fuhr schon fort:

Ach, und stell dir vor unterwegs traf ich deine Freundin Gisela! So eine nette Frau, sagt immer die Wahrheit, nicht wahr? Lena warf der Schwiegermutter einen bedeutungsvollen Blick zu und beobachtete, wie diese erblasste.

Während des ganzen Essens lieferte Lena eine Glanzvorstellung. Sie schenkte der Schwiegermutter die besten Stücke auf, lobte lautstark jedes ihrer Worte und fragte unentwegt nach Ratschlägen für den Haushalt.

Mutti, meinst du, Rouladen müssen fünf oder sechs Stunden schmoren? Und die Teppiche morgens oder abends saugen? Vielleicht sollte ich meinen Job kündigen? Schließlich braucht Markus eine echte Familie, stimmts?

Markus starrte Lena verblüfft an, die Verwandten tauschten Blicke. Doch Lena hörte nicht auf:

Ich dachte mir vielleicht sollte ich einen Hauswirtschaftskurs belegen? Diese dumme Chirurgie aufgeben Schließlich soll eine Frau die Hüterin des Heims sein, nicht wahr, Mutti?

Die Schwiegermutter klopfte nervös mit der Gabel auf den Teller. Ihre Selbstsicherheit schwand mit jeder Minute. Nach dem Essen erhob sich Lena, räumte lächelnd den Tisch ab, wusch das Geschirr und summte dabei ein altes Volkslied. Dann holte sie die antike Brosche vom Rücksitz, band sie mit einer Schleife an einen Kochlöffel und legte beides feierlich vor die Schwiegermutter. Ein Symbol meiner Hingabe, sagte sie sanft. Schließlich will ich ab jetzt nur noch kochen, putzen und meinem Mann gefallen.

Am nächsten Morgen stand sie um fünf auf, buk drei Kuchen, wusch alle Gardinen und rief Markus an: Schätzchen, ich habe meinen Job gekündigt. Ab heute bin ich ganz für dich da.

Zwei Tage später klopfte es bei ihr. Die Schwiegermutter stand zitternd vor der Tür, blass, die Augen rot. Lena das war übertrieben. Ich ich wollte nicht

Lena lächelte, bat sie herein und reichte ihr einen Zettel. Keine Sorge, Mutti. Ich habe nur gezeigt, wie leicht man eine Rolle spielt. Und wie schnell das, was man lobt, zur Hölle werden kann.

Die Schwiegermutter las: *Kündigungsschreiben fingiert. Operationstermine nur verschoben. Liebe immer noch da. Respekt fällig.*

Sie blickte auf. Lena stand da, ruhig, fest, endlich nicht mehr klein.

Ich liebe deinen Sohn, sagte sie. Aber ich bin nicht deine Marionette. Ab jetzt leben wir unsere Familie auf Augenhöhe.

Die alte Frau nickte langsam. Und zum ersten Mal sagte sie: Du hast recht. Sie blickte Lena an, nicht als Schwiegertochter, nicht als Bedienstete, sondern als Frau, als Gleichgestellte. Die Tür fiel leise ins Schloss, und irgendwo in der Wohnung begann ein neues Kapitel.

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Anna hielt ihr Auto eine Straße vor dem Haus ihrer Schwiegermutter an. Der Zeiger stand auf 17:45 Uhr – sie war früher da als vereinbart. „Vielleicht schätzt sie diesmal meine Pünktlichkeit.“
Se encuentra con su exesposa, y la celosía le tiñe las mejillas de verde.