Ein Schritt in Richtung Wandel

**Schritt in Richtung Veränderung**

Im Abfertigungssaal war es hell, aber das Licht wirkte müde: Die Lampen unter der Decke verbreiteten ein gleichmäßiges, kaltes Weiß, das keine Wärme spendete. Draußen hinter den großen Fenstern hing ein grauer, fast einfarbiger Himmel, typisch für den späten Übergang zwischen den Jahreszeiten; auf den Scheiben der Eingangstür zeichneten sich die Spuren getrockneter Regentropfen ab. Die Schlange vor den Schaltern schlängelte sich zwischen abgesperrten Bändern hindurch. Die Menschen bewegten sich langsam, warfen gelegentlich einen Blick auf die elektronischen Anzeigen oder die Uhr über den Schaltern.

Lina stand etwa in der Mitte dieser Schlange, einen kleinen Koffer vor sich und eine Tasche über der Schulter. Sie war fünfundvierzig ein Alter des fragilen Gleichgewichts: Vieles lag bereits hinter ihr, und doch wartete nur Ungewissheit vor ihr. Sie war es gewohnt, alle Entscheidungen selbst zu treffen, obwohl ihr das in letzter Zeit schwerfiel. Ihre Hände umklammerten den Griff der Tasche, als suchten sie Halt. Der Gedanke, dass dies kein gewöhnlicher Tag war, ließ sie innerlich zittern, doch ihr Gesicht blieb ruhig. Als endlich die Ansage über die Lautsprecher kam ihr Name, Buchstabe für Buchstabe atmete sie tief ein, hob den Koffer und trat vor. Hinter ihr schloss sich die Schlange wieder, aber sie spürte es kaum. Vor ihr öffnete sich ein schmaler Durchgang, und zum ersten Mal seit Langem wusste sie: Es ging weiter.

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Ein Schritt in Richtung Wandel
Not a Mother, but a Cuckoo