Nach der Scheidung: Ich fand meinen Prinzen an… einer Bushaltestelle!

Nach der Scheidung: Ich fand meinen Prinzen an der Dorfbushaltestelle!

Vor zwei Jahren geriet mein Leben aus den Fugen. Mein Vater verstarb, und nach zwanzig gemeinsamen Jahren löste ich meine Ehe. Ohne Arbeit und mit über vierzig Lebensjahren zog ich in das Haus meines Vaters, weil ich gekündigt worden war. Ich dachte, die Chancen auf einen neuen Job oder eine neue Beziehung seien längst verflogen.

Das Schicksal schien mir keine Gnade zu erweisen. Das Dach, das ein lokaler Handwerker Hans über die Jahre provisorisch repariert hatte, leckte. Ich hatte keine Kraft mehr, Bäume zu fällen. Die Fachleute, die die Fenster und Türen austauschen sollten, haben die Arbeit nur halb erledigt, sodass kalter Wind durch die Lücken pfiff. Um mich zu wärmen, sammelte ich Tannenzapfen und zündete das Feuer mit dicken Lehrbuchbänden an, die ich sonst zum Lesen benutzt hatte.

Dann fiel der Strom aus und die Heizung verstummte. Der Besitzer des gegenüberliegenden Kneipes, Herr Müller, bot mir immer wieder warme Getränke an. Ich fragte mich, ob ich lachen oder weinen sollte. Ich dachte, es könne nicht schlimmer werden und plötzlich drehte sich das Blatt.

Ein Mann mit wirrem Haar und schmutziger Latzhose stand an der Bushaltestelle von Bergheim. Er kam mit dem Bus und trug die Werkzeuggürtel eines Dachdeckers. Brauchen Sie Hilfe?, fragte er. Ich gab zu, dass ich dringend Unterstützung bräuchte, aber kein Geld zum Bezahlen habe. Er lächelte und sagte: Wenn Sie Geld haben, rechnen wir ab. Ohne Zögern reparierte er das undichte Dach, den tropfenden Wasserhahn, den Wasserzähler, das schwache Gartenzaun, die knarrenden Stufen und die morsche Fensterbank.

Eines Abends, bei klirrender Kälte, fand ich im Wohnzimmer ein wärmendes Feuer und daneben eine Tasse Kräutertee. Wie ein Wunder hatte er mir das Geschenk von Wärme für meinen erstarrten Hals und kalte Füße gebracht. Ich wusste, wer mein Held war, und überlegte, wie ich ihm danken könnte. Er ist talentiert, doch bescheiden deshalb nenne ich ihn nirgends, damit er nicht verärgert wird, denn das Dorf ist klein und jeder kennt ihn.

Heute erstrahlt Haus und Garten in neuem Glanz; man erkennt die kräftige, männliche Hand, die alles erneuert hat. Mit meinem Prinzen fühle ich mich geborgen und glücklich, und die größte Angst bleibt, ihn zu verlieren.

Die Lehre ist klar: Wenn man das Herz öffnet und Hilfe annimmt, kann das Schicksal selbst zum Verbündeten werden und das wahre Glück entsteht aus gegenseitigem Respekt und Bescheidenheit.

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Nach der Scheidung: Ich fand meinen Prinzen an… einer Bushaltestelle!
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