Ich habe meine Mutter zu mir geholt, und meine Frau stellte mir ein Ultimatum.

Ich habe meine Mutter zu mir genommen, und meine Frau hat mir ein Ultimatum gestellt.
Du denkst ja, du kennst jemanden in- und auswendig. Ihr teilt Freud und Leid, plant gemeinsam die Zukunft und bist überzeugt, dass er immer an deiner Seite bleibt egal was passiert. Dann wirft dir das Schicksal einen harten Test entgegen und plötzlich merkst du, dass die Person, die du für deine Seelenverwandte gehalten hast, in Wirklichkeit jemand ganz anderes ist.

Liebe, Familie und eine Wohnung, die gar nicht uns gehört
Als ich Heike kennenlernte, war ich mir sicher, sie ist die Frau meines Lebens. Sie war warmherzig, fürsorglich und sprühte vor Energie. Mit ihr fühlte ich mich glücklich und erfüllt. Unsere Liebe entwickelte sich im Turbogang nach einem Jahr waren wir schon verheiratet.

Nach der Hochzeit stand die große Frage an: Wo sollen wir wohnen? Eine Mietwohnung in Dresden war teuer, ein Eigenheim schien ein ferner Traum. Wir suchten nach einer Lösung, bis meine Mutter uns ein Angebot machte, das wie ein Geschenk vom Himmel wirkte.

Sie hatte eine alte Wohnung in der Dresdner Neustadt, die sie von ihren Eltern geerbt hatte. Sie sagte, wir könnten dort wohnen, ohne Miete zu zahlen, und das würde uns für die Zukunft entlasten.

Das klang wie das beste Angebot. Heike und ich waren begeistert. Mama legte sogar ihre Ersparnisse bereit, damit wir die Wohnung renovieren und nach unserem Geschmack einrichten konnten. Sie erwartete nichts zurück sie wollte nur unser Glück.

Eine ganze Weile lief alles großartig.

Bis zu dem Tag, an dem unsere Welt zusammenbrach.

Vaterlicher Verrat und das Drama meiner Mutter
Meine Eltern waren fast vierzig Jahre verheiratet. Als Kind sah ich meinen Vater als vorbildlichen, verantwortungsbewussten Mann. Ich war mir sicher, er würde seine Familie nie im Stich lassen.

Dann kam der Tag.

Mein Vater setzte sich gegenüber meiner Mutter und sagte ganz kalt, dass er die Beziehung beenden wolle.

Einfach so.

Er hatte eine jüngere, schönere Frau gefunden, voller Leben.

Ich werde das Bild im Gesicht meiner Mutter nie vergessen. Ihre Hände zitterten, die Lippen wollten etwas sagen, doch die Stimme versiegte. Der Mann, den sie sein ganzes Leben lang geliebt hatte, warf ihre gemeinsamen Jahre in den Müll.

Sie konnte das nicht verkraften.

Ein paar Wochen später erlitt sie einen Schlaganfall.

Bis heute sehe ich das Bild: Das Handy klingelt mitten in der Nacht, die Stimme des Arztes bebt, der Krankenwagen heult zwischen den Häusern. Dann das Krankenhaus, die weißen Wände, meine Mutter im Bett hilflos, verängstigt, mit flehenden Augen.

Ich wusste, ich hatte keine Wahl.

Ich musste sie zu mir holen.

Ich will nicht mit deiner Mutter zusammenleben!
An diesem Abend kam ich nach Hause, fest davon überzeugt, Heike würde das verstehen. Schließlich war es doch meine Mutter die Frau, die uns alles gegeben hat: ein Dach über dem Kopf, ihr Erspartes, ihre ganze Liebe. Wie konnten wir jetzt von ihr abwenden?

Doch Heikes Reaktion überraschte mich.

Ich will nicht mit deiner Mutter zusammenleben! sagte sie scharf und verschränkte die Arme.

Ich starrte sie ungläubig an.

Heike sie hat niemanden, wohin sie gehen kann. Sie ist krank, sie braucht uns.

Dann such ihr ein Pflegeheim! Ich habe mich nie dazu verpflichtet, mit einer alten, kranken Frau zu leben.

Ihre Worte trafen mich wie ein Schlag in den Magen.

Ich suchte in ihren Augen nach einem Funken Mitgefühl, nach einem Anflug von Zweifel doch da war nichts.

Heike, das ist keine Fremde. Das ist meine Mutter, die uns die Wohnung ermöglicht hat. Willst du sie wirklich allein lassen?

Sie zuckte nicht mit der Wimper.

Ich habe dich geheiratet, nicht sie. Wenn du sie hierhin bringst, ziehe ich aus.

Das war kein Wunsch, das war ein Ultimatum.

Die Entscheidung, die alles veränderte
Drei Nächte lang ließ mich kein Auge zu. Ich wog jede Möglichkeit ab, suchte nach einem Kompromiss.

Doch die Wahrheit war klar.

Heike hatte ihre Entscheidung längst getroffen. Und wenn sie so leicht von meiner Mutter abblieb, was würde sie tun, wenn ich selbst in Not wäre?

Also traf ich den Entschluss.

Am Tag vor Mamas Entlassung aus dem Krankenhaus packte ich Heikes Sachen und stellte sie vor die Tür.

Als sie nach Hause kam und das sah, lachte sie spöttisch.

Ernsthaft? Du wählst deine Mutter vor deiner eigenen Frau?

Ich sah ihr fest in die Augen und sagte ruhig:

Ich wähle die Person, die mich nie verlassen hat.

Ein kurzer Moment des Erstaunens huschte über ihr Gesicht. Sie hoffte wohl, ich würde nachgeben, dass ich sie anflehe zu bleiben.

Doch das tat ich nicht.

In jener Nacht zog Heike aus, knallte die Tür hinter sich zu. Und am nächsten Morgen holte ich meine Mutter ab und brachte sie nach Hause.

Wer einmal betrügt, betrügt wieder
Die ersten Monate waren hart. Arztbesuche, Rehabilitation, lange schlaflose Nächte voller Sorge um die Zukunft.

Aber weißt du was? Ich habe keine Sekunde bereut, was ich getan habe.

Denn ich habe eins gelernt: Wer dich einmal im Stich lässt, wird es wieder tun.

Mein Vater hat meine Mutter verlassen.

Meine Frau wollte, dass ich meine Mutter im Stich lasse.

Heute lebe ich mit meiner Mutter zusammen. Sie gewinnt Stück für Stück ihre Kraft zurück, und jeden Tag sehe ich mehr Leben in ihr.

Und ich bin überzeugt, dass ich richtig gehandelt habe.

Familie bedeutet nicht nur die Person, mit der man das Bett teilt. Familie ist die, die dich nie im Stich lässt egal, wie schwer es wird.

Was meinst du? War ich richtig? Oder hätte ich um meine Ehe kämpfen sollen, selbst wenn das bedeutete, meine Mutter allein zu lassen?

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Ich habe meine Mutter zu mir geholt, und meine Frau stellte mir ein Ultimatum.
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